»Manchmal muss man einfach gut sein«
Das Konzert für Vielfalt präsentierte diesmal das Sakkoba-Trio.
Holger Lustermann (Klarinette/Saxofon), Paul Hottmann (Akkordeon) und Henning Jäcke (Kontrabass) standen erstmals vor fünf Jahren, bei einem Konzert der Kreismusikschule Helmstedt, gemeinsam auf der Bühne. Die Resonanz war so groß, dass sie seitdem als »Sakkoba-Trio« mit einer einzigartigen musikalischen Mischung aus französischen Musette-Walzern, Klezmer, lateinamerikanischen Rhythmen sowie Stücken aus Rock, Pop und Swing begeistern – alles selbst und eigens für das Trio arrangiert. Musikalische Grenzen gibt es für die Vollblutmusiker nicht. Das Tempo reicht von schwungvoll bis rasant.
Am 22. März waren die drei beim Konzert für Vielfalt in der St. Thomas-Kirche zu Gast, das wie in jedem Jahr im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus stattfand. In der Vergangenheit konnte man viele hiesige und überregionale musikalische Schwergewichte in den Heidberg holen. Dementsprechend hoch war die Erwartungshaltung.
Doch bevor es losging, gab es ein Grußwort von Anikó Glogowski-Merten, der neuen Direktorin der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Vielfalt sei keine Bedrohung, sondern eine Stärke, erklärte sie. Veranstaltungen wie diese sind wichtig, da Kultur der Ort sei, an dem Freiheit sichtbar ist.
Zwei Tangos bildeten den furiosen Einstieg. Mit französischen Walzern, einem Swing-Klassiker von Hugo Strasser und Klezmer-Stücken von Giora Feidman ging es ebenso kraftvoll weiter. Dabei legten die Musiker ein Tempo vor, dass Holger Lustermann kurz innehielt, um seinem Mitstreiter Paul Hottmann den Schweiß von der Stirn zu tupfen. Auch wenn Erfolgsdruck heute vielerorts unpopulär sei: »Manchmal muss man einfach gut sein«, scherzte der Klarinettist.
Nach der Pause griff Lustermann zum Saxofon. Auch hier zeigte er sich als echter Virtuose. Die Notenblätter vieler Stücke, die an diesem Nachmittag gespielt wurden, hatte er in einem Keller im Landkreis Helmstedt entdeckt. Zu den Highlights des Konzerts gehörten Louis Primas Evergreen »Buona Sera« und »Take Five«, ein Jazz-Klassiker des Dave Brubeck Quartets. Am Ende gab es eine ganz eigene Version des Abba-Hits »Thank You for the Music«.
Da hielt es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen. Es folgte eine lange Standing Ovation. Auch wenn das diesjährige Konzert für Vielfalt nahezu zwei Stunden dauerte, hätten viele der Anwesenden gern weiter zugehört.
Blick in den Süden: Neues aus unserem Stadtbezirksrat
Eine Kolumne von Bezirksbürgermeister Matthias Disterheft.
Unser Stadtbezirk 211 ist ein lebendiger Ort, der sich ständig wandelt. Die jüngste Sitzung des Bezirksrats und unsere intensiven Ortstermine haben eines deutlich gezeigt: Es sind oft die Themen direkt vor der eigenen Haustür – das Parken, der Weg zur Arbeit oder die Sicherheit unserer Kinder –, die uns am meisten bewegen. Als Ihr Bezirksbürgermeister ist es mir wichtig, hier nicht nur zuzuhören, sondern gemeinsam mit Ihnen Lösungen zu finden.
Ein Thema, das viel Geduld erforderte, ist die Sanierung der Straßenbahntrasse zwischen Heidberg und Stöckheim. Nach dem Schreckmoment durch das Entgleisen einer Bahn wurde schnell klar: Wir brauchen hier eine grundlegende Lösung.
Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass die Arbeiten nun mit Hochdruck voranschreiten. Die Verwaltung hat uns bestätigt, dass die Wiederinbetriebnahme für Ende Mai fest eingeplant ist. Dass wir parallel dazu die Sanierung des Rokokopavillons an der Leipziger Straße vorantreiben, zeigt, dass wir Synergien nutzen, um die Beeinträchtigungen so kurz wie möglich zu halten.
Besonders intensiv war unser Austausch beim Ortstermin im Heidberg. Das Bewohnerparken in der Zone 211A (Halle- und Meißenstraße) ist zwar gestartet, hat aber neue Fragen aufgeworfen.
Viele von Ihnen schilderten mir eindringlich, dass sich der Parkdruck nun massiv in die Bautzenstraße verlagert hat. Ein wesentlicher Grund hierfür ist der Umbau des Städtischen Klinikums an der Salzdahlumer Straße und der damit verbundene Wegfall kostenloser Flächen. Auch die Situation rund um das Landesamt LAVES, wo durch Abrissarbeiten weitere Flächen wegfallen könnten, verschärft die Lage.
Wir haben Ihre Botschaft verstanden: Ein »Weiter so« darf es nicht geben. Wir prüfen nun, wie viele Parkausweise pro Haushalt sinnvoll sind und welche weiteren Straßen in die Schutzzone aufgenommen werden müssen. Die Verwaltung bereitet dazu eine Vorlage vor, die wir am 4. Juni 2026 in einer Sondersitzung diskutieren werden – und zwar direkt vor Ort im Heidberg, damit Sie sich weiterhin aktiv einmischen können.
Unsere Sicherheit liegt in guten Händen. Die einstimmige Wiederberufung von Eike Kuthe (Ortsbrandmeister) und Florian Parkitny (Stellvertreter) für Stöckheim ist ein starkes Signal für die Kontinuität unserer Feuerwehr.
Beim Hochwasserschutz am Rüninger Weg haben wir im Rat kritisch nachgehakt: Wir fordern mobilere Lösungen, die im Notfall schnell einsatzbereit sind, ohne die Anwohner durch dauerhafte Lärmimmissionen zu belasten. Hier darf der Schutz vor dem Wasser nicht zu einer dauerhaften Belastung für die Lebensqualität werden.
Ein ganz besonderes Fest wirft seine Schatten voraus: Leiferde feiert 850-jähriges Bestehen! Vom 30. April bis zum 3. Mai wird unser Stadtteil zur Festmeile. Ob beim Bürgerbrunch, dem großen Festumzug oder der Aufführung der Theatergruppe – dieses Jubiläum ist eine Hommage an unsere Gemeinschaft.
Ich freue mich sehr, dass wir mit Michael Riemann einen neuen Heimatpfleger gewinnen konnten, der tief in Leiferde verwurzelt ist und die Traditionen gemeinsam mit seinem Vorgänger Herrn Kurzeia und dem Stöckheimer Kollegen Herrn Schmidt bewahren wird.
Herzliche Grüße,
Ihr Matthias Disterheft,
Bezirksbürgermeister
Ein Fußballfest zum Geburtstag
Am 27. Juni feiert der HSC Leu 120 Jahre Vereinsgeschichte.
Der HSC Leu ist ein Sportverein mit Geschichte. Hier die Kurzfassung: Am 24. Mai 1906 wurde er von sportbegeisterten Braunschweigern als Ballspielverein Wacker gegründet. Als sich der Zulauf in Grenzen hielt, entschied man nur vier Jahre später, sich dem MTV Braunschweig anzuschließen. 1923 machte man sich wieder selbständig, nun allerdings unter dem Namen FC Leu, denn der alte Name war mittlerweile von einem anderen Verein besetzt.
Nach einer kriegsbedingten Zwangspause stieg der neu formierte SC Leu Braunschweig ab 1954 schließlich zu einem der erfolgreichsten Amateurvereine Niedersachsens auf, der von 1969 bis 1973 sogar in der Regionalliga spielte. 1976 verlor der Verein sein Gelände an der Humboldtstraße, konnte aber drei Jahre später auf der Bezirkssportanlage Heidberg ein neues Zuhause finden. Dieser Wechsel spiegelte sich auch im Namen wieder. Aus dem SC wurde 1979 der HSC (Heidberger Sport-Club). Man sieht: Trotz mancher Krisen ging es immer irgendwie weiter.
In diesem Jahr blickt der Verein auf stolze 120 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Dieses besondere Jubiläum möchten die Löwen am 27. Juni mit einem großen Fußballfest auf dem Vereinsgelände an der Salzdahlumer Straße feiern. Neben Mitgliedern, Familien und Freunden des Vereins sind auch zahlreiche Nachwuchsmannschaften aus der Region eingeladen, um gemeinsam diesen besonderen Tag zu erleben.
Der Jubiläumstag beginnt bereits am Vormittag um 9.45 Uhr mit einem großen G-Jugend-Turnier. Insgesamt 32 Mannschaften werden erwartet, die in vielen spannenden Spielen ihr Können zeigen und für jede Menge Begeisterung auf dem Platz sorgen werden. Für die jüngsten Fußballer*innen stehen dabei vor allem der Spaß am Spiel und das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt.
Das nächste sportliche Highlight folgt am Nachmittag um 14.00 Uhr, wenn das F-Jugend-Turnier startet. Hier gehen 16 Mannschaften an den Start und sorgen ebenfalls für viele spannende Begegnungen und tolle Fußballmomente.
Das Highlight des Tages ist um 17.00 Uhr geplant: Dann nämlich steht ein ganz besonderes Spiel der Herrenmannschaft auf dem Programm. Details dazu möchte der Verein noch nicht verraten – die Besucher*innen dürfen sich auf eine Überraschung freuen.
Neben den sportlichen Wettbewerben wird es auch ein buntes Rahmenprogramm für Kinder und Familien geben. Hüpfburgen, Spiel- und Mitmachaktionen sowie weitere Programmpunkte werden den Jubiläumstag zu einem echten Erlebnis für Groß und Klein machen.
Am Abend geht die Veranstaltung schließlich in den festlichen Teil über. Gemeinsam mit Mitgliedern, Trainern, Ehrenamtlichen, Eltern und Unterstützern möchte der HSC Leu Braunschweig auf 120 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken und das Jubiläum gebührend feiern.
Der Verein freut sich auf zahlreiche Gäste, spannende Spiele und einen unvergesslichen Fußballtag.
Leben und Fahren im Heidberg
Im Frühjahr erschien eine Studie zum Mobilitätsverhalten im Quartier.
»Haben Sie kurz Zeit?« So lautete das Motto, mit dem Masterstudierende im Studiengang Verkehr und Logistik an der Ostfalia Hochschule im letzten Jahr für eine Onlinebefragung zum Thema »Mobilität im Heidberg« geworben haben. Zusätzlich wurden im Oktober Anwohner*innen der Stettinstraße befragt und Akteure aus dem Stadtteil (wie beispielsweise die Nachbarschaftshilfe) interviewt. Und am Erfurtplatz wurde eine Wunschbox aufgestellt.
Das Ergebnis dieser Untersuchungen ist eine jüngst erschienene über 120 Seiten lange Studie, die nicht nur die aktuelle Lage im Quartier darstellt, sondern auch Möglichkeiten aufzeigt, bestehende Situationen zu verbessern.
Für einen Großteil der Befragten scheint besonders das Thema Aufenthaltsqualität eine große Rolle zu spielen. Überwiegend wird sie als gering eingeschätzt. Viele der Rückmeldungen beziehen sich auf den Erfurtplatz, greifen jedoch auch den Heidberg insgesamt auf. So werden zusätzliche Grünflächen gewünscht, eine stärkere Bepflanzung und vor allem mehr Sitzgelegenheiten, insbesondere bei längeren Strecken mit Steigung wie etwa in der Stettinstraße.
Auch bei der Infrastruktur im Quartier gab es konkrete Anregungen. Zu den häufigsten Wünschen zählte »mehr Einzelhandel«, speziell am Erfurtplatz, der weiter die Gemüter zu spalten scheint. Besonders hier werden Nutzungskonflikte sichtbar, etwa durch die Flächennutzung für parkende Fahrzeuge oder durch das Befahren des Platzes mit Fahrrädern und E-Scootern. Nicht wenige der Teilnehmenden fordern mehr Begrünung, zusätzliche Sitzgelegenheiten, besser nutzbare Aufenthaltsbereiche und ein öffentliches WC, idealerweise in guter Nähe zur Straßenbahnhaltestelle.
Eine bessere Beleuchtung gehört ebenfalls zu den häufig genannten Wünschen. Dies betrifft sowohl Wege als auch Unterführungen, besonders im Bereich der Unterführung zur HEH-Klinik.
Auch ein Blick auf die Wahl der Verkehrsmittel der Menschen im Heidberg ist interessant: Auf den täglichen Wegen wird der Fußverkehr mit knapp 60 % am meisten genutzt, gefolgt vom Pkw mit 30 % und dem Fahrrad mit 25 %. Nur 4 % fahren dagegen mit dem Bus, während sich immerhin 15 % für die Straßenbahn entscheiden. E-Scooter werden, wohl durch die Altersstruktur des Stadtteils bedingt, selten oder nie genutzt.
Neben der Bewertung bestehender Angebote konnten auch Wünsche und Probleme genannt werden. Eine Buslinie entlang der Stettinstraße wünschen sich knapp 40 %. Etwa die Hälfte der Befragten vermisst eine Repairstation für Räder und zusätzliche Radabstellmöglichkeiten. Ein neuer Schreibwarenladen am Erfurtplatz wird von mehr als 50 % ersehnt, während ein Fahrradladen 40 % der Befragten freuen würde.
Bei den wahrgenommenen Problemen im Heidberg treten insbesondere die Elterntaxis im Schulumfeld sowie das ungeordnete Abstellen von E-Scootern deutlich hervor. Themenfelder wie Parkdruck oder fehlende Barrierefreiheit werden hingegen überwiegend als nicht problematisch eingeschätzt. Die Mehrheit der Befragten ist sogar der Meinung, dass genügend Parkmöglichkeiten vor Ort vorhanden sind.
Als mangelhaft wird hingegen die unzureichende Anbindung der Greifswaldstraße an den öffentlichen Nahverkehr empfunden, da die nächsten Haltestellen über der zumutbaren Grenze von 600 Metern liegen. Die Straßenbahnhaltestelle am Erfurtplatz wird in der Studie sogar als problematisch eingestuft, da sie in keinster Weise barrierefrei ist. Die Studie endet mit einem ausführlichen Maßnahmenkonzept. Insofern bietet sie viele interessante Denkanstöße. Im Bezirksrat wird sie sicher für Gesprächsstoff sorgen.
»Es ist verdammt teuer, so billig auszusehen«
Die Heidberger Dragqueen Tiffany D. Sin.
Auch wenn einige mit dem Begriff »Dragqueen« vielleicht nichts anfangen können: Kultfigur Olivia Jones alias Oliver Knöbel ist fast allen ein Begriff. Die Lust am Spiel mit den Geschlechtern hat nicht unbedingt etwas mit der sexuellen Ausrichtung zu tun, weiß der im Heidberg wohnhafte Nicholas Brosch zu berichten: »Sheila Wolf, eine ziemlich bekannte Drag-Künstlerin aus Berlin, ist privat ein heterosexueller Familienvater.«
Er selbst hat bereits früh Gefallen an der Verkleidung gefunden. Zuerst zu Halloween und zum Karneval, wo ein Mann in Frauenkleidung nicht weiter auffällt, dann im Rahmen einer Kulturnacht in Wolfenbüttel. Den ersten richtigen Auftritt als Dragqueen hatte er jedoch kurz vorm Lockdown, beim »Drag Slam« in Frankfurt. »Damals hatte ich den dritten Platz belegt. Das hatte mir einen immensen Schub gegeben – und dann kam der Lockdown.«
Plötzlich war alles vorbei. Doch der angehende Drag-Künstler blieb nicht untätig: »Ich habe Livestreams bei Instagram gemacht, mein Make-up verbessert und online ganz viele Kontakte mit anderen Künstlern geknüpft, denen es ähnlich ging.«
Als das Schlimmste überwunden war, konnte er das so entstandene Netzwerk nutzen, um Auftrittsmöglichkeiten zu akquirieren. Broschs feminines Alter Ego Tiffany D. Sin bekam plötzlich Einladungen aus dem ganzen Bundesgebiet. Ob auf Queer Spaces, Festivals, einer Kirmes in Düsseldorf oder einer Firmenfeier in der VW-Halle: »Ich singe live, mache Playback, Comedy, Hosting und Moderation. Ich tanze, spiele Theater oder stehe auch einfach nur am Eingang und verteile, falls erwünscht, Willkommensgetränke.«
Auch in Braunschweig ist Tiffany zur Lokalgröße geworden. Einmal im Jahr kann man sie beim Gipfeltreffen der Braunschweiger Szene im »Shamrock«, einem irischen Pub am Bohlweg, mit ihren Drag-Kolleginnen Flexxi Twixx und Silver D. Sin bestaunen, wie sie auf High Heels Gesang, Comedy und gewagte Tanzeinlagen bieten. Aber auch beim Drag-Bingo bei »Onkel Emma«, dem Queerbunten Abend in der Michaeliskirche und natürlich dem Braunschweiger CSD ist Tiffany D. Sin nicht wegzudenken. Ein Karriere-Highlight war sicher der von ihr moderierte Regenbogenempfang zum CSD im Rathaus.
Das Geschäft läuft gut. Im letzten Jahr absolvierte Brosch 22 Auftritte in ganz Deutschland. Leider nicht übers Jahr verteilt, sondern meist in den Sommermonaten. Freie Wochenenden waren da rar. Noch bekommt der 29-Jährige, der als Stationssekretär im Herzogin-Elisabeth-Hospital arbeitet, Hobby und Privatleben unter einen Hut, doch wie jede echte Diva ist Tiffany D. Sin besitzergreifend. Ständig fordert sie ein neues Styling und neue Kleidung, die in aufwändiger Handarbeit geschneidert werden muss. »Ich habe dabei eine ganz genaue Vorstellung, wie ich aussehen möchte, was für ein Outfit ich tragen will, was für Haare ich tragen werde.«
Natürlich bekommt man so etwas nicht von der Stange. Sind die richtigen Accessoires bestellt, wird alles im Wohnzimmer ausgebreitet, um der Garderobe den letzten Schliff zu geben. Dieses Finetuning kostet Zeit und vor allem Geld. »Es ist verdammt teuer, so billig auszusehen«, lacht Brosch.
Bei aller Professionalität bleibt Tiffany D. Sin für ihn vorerst ein Hobby: »Es gibt Veranstaltungen, da möchte ich kein Geld haben, so wie zum Beispiel bei der Demonstration am Weltfrauentag. Das ist für mich ein Ehrenamt.«
Angenehm und überraschend
Generationen im Dialog, Teil 3.
Worauf sind Sie in Ihrem Leben wirklich stolz? Was lernen junge Menschen heute, das es früher nicht gab? Oder: Welche Gemeinsamkeiten gibt es trotz des Altersunterschieds? Diese und andere Fragen wollte das Netzwerk »Gesund älter werden im Heidberg« gerne klären.
Im letzten Jahr startete daher das Projekt »Generationen im Dialog« mit zwei Tischgesprächen, bei denen jeweils Jung und Alt zu Wort kamen. Von einem »Generationenkonflikt« konnte bei beiden Terminen keine Rede sein. Am 22. Januar versuchten Senior*innen vom Betreuten Wohnen der Caritas und Schülerinnen des WPK der IGS Heidberg, bei einem gemeinsamen Frühstück in der »Caritasse« ins Gespräch zu kommen. Die meist 13-jährigen Schülerinnen der achten Jahrgangsstufe hatten im Rahmen ihres Wahlpflichtkurses bereits die BBG-Seniorenresidenz in der Greifswaldstraße besucht. Im Juni werden ihre Erkenntnisse in Form einer multimedialen Aufführung verarbeitet.
»Eigentlich wollte ich heute gar nicht kommen, denn ich kann nichts sehen und kaum etwas hören«, erklärt eine Seniorin zum Einstieg betrübt. Doch die Mädchen geben sich alle Mühe, sie miteinzubeziehen. Bevor es losgeht, wird erst mal das Büfett eröffnet, das Marietta Mühling, der gute Geist der Caritasse, zusammengestellt hat – denn mit vollem Bauch redet es sich einfach besser. Wie immer gibt es ein paar vorbereitete Fragen, um das Eis zu brechen. Beispielsweise: »Was bewundert ihr an der jeweiligen Generation?«
»Mehr Mut! Ich hätte gerne mehr Selbstbewusstsein gehabt. Heute bin ich alt, da nutzt mir der Mut nichts mehr«, bedauert eine Seniorin. Den Schülerinnen wiederum gefällt die Gelassenheit der alten Menschen.
Was macht die junge Generation so besonders? »Wir halten alle zusammen«, meint eine Schülerin überzeugt. »Mir gefällt, dass ihr so offen seid«, ergänzt eine der Alten sofort. »Die junge Generation hat mehr Freiheit«, sagt eine andere. »Ich musste schon mit 14 arbeiten gehen. Ich hätte gerne später angefangen oder studiert.«
»Die Jungen haben heute die Möglichkeit, ihr Leben zu leben«, klingt es etwas bedauernd. Auch die Kommunikation ist heutzutage leichter. »Es ist ganz leicht, mit allen in Kontakt zu treten. Wir dagegen hatten nicht mal ein Telefon!«
Ganz schnell wird klar, dass die Schülerinnen Möglichkeiten haben, von denen die Alten in ihrer Jugend nicht einmal zu träumen gewagt haben. Selbst das Erlernen eines Musikinstruments war im Nachkriegsdeutschland ein Luxus. »Wir hatten damals kein Geld dafür.«
Alena Timofeev vom AWO-Nachbarschaftsladen, Kerstin Born von der Nibelungen-Wohnbau und Rita Ates von der Caritas haben auch heute eine Pinnwand aufgestellt, an der die Ergebnisse des Vormittags gesammelt werden. Wie immer ist die Zeit knapp, denn die Schülerinnen müssen zum Unterricht.
Letzte Fragen: Wie bewerteten die Teilnehmenden die Resultate des Treffens? »Also, ich fand es angenehm und überraschend«, reagiert eine Seniorin spontan. Sollte der Dialog der Generationen fortgesetzt werden? Ein einstimmiges und spontanes »Ja« ist die Antwort – nur mit etwas weniger Zeitdruck vielleicht. Während die Schülerinnen gemeinsam zum Schulzentrum eilen, sitzen die Senior*innen noch gemütlich beim Kaffee – ein paar Privilegien muss das Alter schließlich haben.
Haus am See
Die Rettungsstation der DLRG am Südsee soll abgerissen werden.
Seit über fünf Jahrzehnten ist das DLRG-Häuschen am Südsee ein vertrauter Anblick – doch nicht mehr lange: Zum Jahresbeginn kündigte Stadtsprecher Rainer Keunecke den Abriss der Wasserrettungsstation an, der noch in diesem Sommer von der Seeseite aus erfolgen soll.
In den letzten Jahren verfielen das Holzgebäude und der Bootssteg so sehr, dass der Zutritt am Ende nicht mehr gestattet war. Nachdem der Wachdienst vor etwa acht Jahren eingestellt wurde, hatte sich das Vereinsleben der DLRG-Ortsgruppe zusehends in den Standort im Bürgerpark verlagert. Folglich wurde das Mietverhältnis zwischen der Stadt und der DLRG Ende 2024 im beiderseitigen Einvernehmen beendet. Seitdem wurde diskutiert, was aus dem Gebäude werden soll.
Das idyllische Holzhaus am Wasser ist fast so alt wie der Südsee selbst: Mit der Aushebung des künstlichen Sees, der Ende der 60er-Jahre entstand, kamen auch die ersten Badegäste und schließlich der Segler-Verein. Das rief die DLRG auf den Plan. Anfangs überwachte man den See von einem PKW aus, später wurde ein Zelt aufgestellt, bis 1974 schließlich eine Rettungsstation gebaut wurde. In den Anfangsjahren war sie täglich besetzt, am Ende hauptsächlich an den Wochenenden und bei Regatten.
In der oberen Etage des Häuschens befand sich ein gemütliches Mannschaftsquartier mit Funkgerät, während unten ein Motorrettungsboot, die »Pinguin«, untergebracht wurde. Luxus, wie etwa ein Waschbecken oder eine Toilette, gab es nicht. Rund 2.500 Stunden jährlich leisteten die vorwiegend jugendlichen Rettungsschwimmer*innen dort ab. Die meisten Einsätze waren zum Glück eher harmlos. Oft waren es gekenterte Nachwuchs-Segler, die gerettet werden mussten. Doch es gab auch tragische Fälle. Seit 1950 haben die »Retter in Rot« der DLRG deutschlandweit über 66.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet.
Wann die Abrissarbeiten starten sollen, steht noch nicht fest.
Mein Lieblingsort
Menschen aus der Nachbarschaft stellen ihre ganz persönlichen Lieblingsplätze vor.
In unserer Reihe »Mein Lieblingsort« stellen Menschen aus der Nachbarschaft einen Platz vor, an dem sie sich einfach wohlfühlen – sei es eine Bank im Heidbergpark oder ein Steg am Südsee. Dem in der Gerastraße sesshaften Ruheständler Joachim Behrens fiel die Wahl schwer.
Der aus Hildesheim stammende 79-jährige Industriemechaniker wohnt seit 2018 im Heidberg. Zwar ist er aufgrund eines Autounfalls an den Rollstuhl gefesselt, doch die Lebenslust hat er dadurch nicht verloren: »Ich freue mich über jeden Morgen, an dem die Sonne aufgeht.« Täglich ist er in der Stadt unterwegs und fährt zum Einkaufen auch mal nach Hannover.
»Ich habe eigentlich zwei Lieblingsorte. Da ich Elektrorollstuhlfahrer bin, ist einer dieser Lieblingsorte Hannover. Das beigefügte Foto zeigt mich in der Westfalenbahn auf der Fahrt zum Altstadt-Flohmarkt, dem ältesten Flohmarkt Deutschlands, der jeden Samstag am hohen Ufer an der Leine, bei den »Nanas«, stattfindet.
Mein Lieblingsort in Braunschweig ist der Heidbergsee. Schon auf dem Weg dorthin kann man, falls man Glück hat, Kaninchen oder Eichhörnchen sehen. Ich fahre immer links herum, da kann ich ungestört den Vögeln oder Hasen zusehen. Im Sommer steht am Badestrand auch mal ein Eiswagen, und man kann dort die Kinder mit ihren Eltern beobachten.«
Wer Lust hat, den eigenen Lieblingsort im Quartier vorzustellen und was ihn dazu macht: Wir freuen uns über jede Einsendung! Per E-Mail an suedlicht-magazin@web.de oder per Post an den AWO-Nachbarschaftsladen Heidberg, Erfurtplatz 3, 38124 Braunschweig.
Bildung und Kultur für alle
In unserer neuen Reihe »Rat und Hilfe in besonderen Lebenslagen« geht es diesmal ums Bildungs- und Teilhabepaket.
Was viele nicht wissen: Auch für Kinder und Jugendliche und junge Erwachsene aus Familien, die wenig Geld haben, gibt es Möglichkeiten, Angebote in Bildung, Sport und Kultur zu nutzen. Mit dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) haben auch sie die Möglichkeit, sich persönlich zu entfalten und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Wer ist berechtigt? Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien haben einen Rechtsanspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe, wenn der Familie
– Leistungen nach dem SGB II (Bürgergeld)
– Leistungen nach dem SGB XII (Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung)
– Wohngeld
– Kinderzuschlag
– Leistungen nach dem AsylbLG
gewährt werden.
Das Bildungs- und Teilhabepaket umfasst folgende Leistungen:
– eintägige Ausflüge/mehrtägige Klassenfahrten
– persönlicher Schulbedarf
– Schülerbeförderung
– Lernförderung
– Mittagsverpflegung an Kindertagesstätten und Schulen
– Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben (Mitgliedsbeiträge für kulturelle und sportliche Aktivitäten)
Die gesonderte Antragspflicht für Leistungsbezieher nach dem SGB II und SGB XII entfiel am 1. August 2019. Besondere Bedarfe müssen nur konkretisiert werden. Lediglich für Lernförderung wird noch ein Antrag benötigt. Für Wohngeld- und Kinderzuschlagsbezieher ist weiterhin ein Antrag notwendig. Wohngeldempfänger erhalten diesen automatisch mit dem Wohngeldbescheid. Formlose Anträge sind nach dem Gesetz allerdings auch möglich.
Es ist aber in beiden Fällen notwendig, den Antrag unterschrieben bei der zuständigen Stelle der Stadt Braunschweig einzureichen.
Wer Fragen hat, kann auch anrufen:
Für Empfänger von Bürgergeld gibt es
beim Jobcenter dafür
die einheitliche Servicetelefonnummer: …………………………………………..0531 – 801 77 – 0
Für Empfänger von Leistungen
nach dem AsylbLG: ………………………………………………………………………………..0531 – 470 5096,
……………………………………………………………………………………………………………………0531 – 470 5097,
……………………………………………………………………………………………………………………0531 – 470 5098
Für Empfänger der anderen Leistungen
bei der Stadt Braunschweig:
Buchstaben A-E und für SGB XII-Empfänger: …………………………………0531 – 470 5064
Buchstaben H-K, V-W: …………………………………………………………………………0531 – 470 8023
Buchstaben F-G, L-P, X-Z: ……………………………………………………………………0531 – 470 5039
Buchstaben Q-U: …………………………………………………………………………………..0531 – 470 5036
Oder per E-Mail: but@braunschweig.de
Quelle: Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) |
Stadt Braunschweig (ohne Anerkennung einer Rechtspflicht).
Ein Job mit Zukunft
Cura Visita feiert im April 25-jähriges Jubiläum.
Als sich Cura Visita im April 2001 am Erfurtplatz 3 niederließ, war es der einzige ambulante Pflegedienst weit und breit. »Heute haben wir in Braunschweig-Süd drei Mitbewerber«, erklärt Kathrin Luther-Söchtig, die mit ihrem Mann Detlev seit 25 Jahren den Betrieb leitet.
»Früher gab es hier mal ein Schuhgeschäft. Als wir anfingen, war es nur ein großer Raum mit einem Tisch und ein paar Stühlen, in dem an zwei Tagen pro Woche ein Seniorentreffpunkt angeboten wurde. »Die Leute tranken Kaffee, spielten Rommé und warfen gelegentlich ein paar Euro ins Sparschwein.«
Kunden gab es anfangs keine. Das änderte sich schnell. Nur ein Jahr später war man bereits mit neun Mitarbeiter*innen im Heidberg unterwegs. Als die Kinder des Paares noch klein waren, nahm man sie manchmal einfach mit, wenn die Großmutter keine Zeit hatte. Die alten Menschen freuten sich über den unerwarteten Besuch. »Es war eigentlich keine schlechte Idee. Eine Win-win-Situation«, lächelt Kathrin Luther-Söchtig beim Gedanken daran. »Zu der Zeit haben wir noch hier im Heidberg gewohnt.«
Qualifiziert waren die beiden bestens. Kathrin Luther-Söchtig arbeitete als Pflegedienstleiterin im Städtischen Klinikum Braunschweig, während Detlev Söchtig als Rettungsassistent beim Roten Kreuz den Pflegenotstand hautnah miterleben konnte. So kamen sie auf die Idee, es mit einer eigenen Firma besser zu machen.
Zuvor gab man jedoch eine Marktanalyse in Auftrag, um zu bestimmen, wo in Braunschweig die besten Zukunftsaussichten für ihr geplantes Unternehmen bestünden. Der Heidberg war aufgrund der Altersstruktur ein idealer Standort.
Inzwischen beschäftigt Cura Visita 30 Personen, darunter fünf Auszubildende, die mit sechs Firmenwagen rund 150 Pflegebedürftige versorgen. Über Nachwuchs muss sich das Ehepaar keine Sorgen machen. Meist kommt pro Tag mindestens eine Bewerbung. »Viele davon aus Kamerun«, staunt die examinierte Krankenschwester. »Es ist ein Job mit Zukunft, der auch Spaß macht. Wenn wir zu unseren Pflegebedürftigen kommen, ist es immer eine 1:1-Situation. Man kann sich also ganz auf sein Gegenüber einlassen. In einem Pflegeheim ist es eher 1:20.«
Für Automuffel ist der Beruf natürlich nichts. Ambulante Pflegekräfte sind viel unterwegs. Da sich Cura Visita ganz auf den Heidberg konzentriert, sind die Strecken zum Glück kurz.
Freizeit hatte Kathrin Luther-Söchtig in den letzten 25 Jahren selten. Ständig gibt es gesetzliche Neuregelungen, mit denen man sich auseinandersetzen muss. »Vor zwei Jahren hat man aus vier Pflegestufen fünf Pflegegrade gemacht – es gibt jetzt einen Pflegegrad 5. Und im Juli sind weitere Änderungen geplant«, erzählt die 64-Jährige.
Nach einem Vierteljahrhundert lässt es das Ehepaar heute etwas ruhiger angehen. Inzwischen sind sie am Elm, im Landkreis Wolfenbüttel, sesshaft. Der Sohn arbeitet als Zimmerer, die Tochter, ganz wie einst die Mutter, als Krankenschwester. Ambitionen, den elterlichen Betrieb zu übernehmen, hat sie jedoch nicht.
Ein paar Jahre noch werden die beiden weitermachen, bis es in den wohlverdienten Ruhestand geht. Für den Fortbestand der Firma ist bereits gesorgt. Cura Visita wird auch in absehbarer Zukunft ein fester Bestandteil des Heidbergs bleiben. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Kurzmeldungen
Blaue Glücksorte
Wie ein Ring umschließt die Oker Braunschweigs Innenstadt. Doch auch am Altstadtmarkt, im Naturschutzgebiet Riddagshausen oder am Herzog Anton Ulrich-Museum gibt es etliche Brunnen, Seen und Anlegestellen zu entdecken. Für sein Buch »Glücksorte in und um Braunschweig« hat Jonas Lamberg 80 solcher Orte am, auf und im Wasser entdeckt, dass man allein beim Durchblättern Lust auf einen spontanen Ausflug mit dem Rad bekommt. Klar, dass in dem Stadtführer auch der Heidbergsee, das Sportbad Heidberg und der Südsee nicht fehlen durften.
Lamberg, studierter Germanist, Geograf und Raumplaner, hat sich bereits 2022, in einem anderen Buch, der Glücksorte seiner Heimatstadt Wolfsburg angenommen. Mit der Oker verbindet ihn eine lange Geschichte: Schon als Kind war er mit den Großeltern auf Braunschweigs Wasserwegen unterwegs. Nach dem Studium an der Technischen Universität blieb er der Löwenstadt treu und paddelt seitdem in den Sommermonaten noch immer regelmäßig mit dem Kajak die Oker entlang.
In seinem reich bebilderten Wegweiser stellt er jedoch nicht nur den Lichtparcours, kulinarische Floßfahrten oder den Braunschweiger Triathlon vor, sondern entführt auch ins Umland der Stadt. Wer also Gifhorn und Lehre, Wolfsburg und Isenbüttel, Salzgitter, Wendeburg und Erkerode etwas näher kennenlernen möchte, findet hier eine Menge interessanter Anregungen. Eine Übersichtskarte und ÖPNV-Hinweise helfen bei der Planung zukünftiger Ausflüge. Übrigens: Jonas Lambergs ganz persönlicher Glücksort ist die Strandbar »Grinsekatz« bei Sonnenuntergang. Für ihn ein »place to be«. »Blaue Glücksorte in und um Braunschweig« ist im Droste Verlag erschienen und für 16,00 Euro in jeder guten Buchhandlung erhältlich.
Achtung: Wir verlosen vier Exemplare des Buchs. Schicken Sie uns einfach eine Postkarte oder eine E-Mail (suedlicht-magazin@web.de) mit dem Stichwort »Glücksorte«. Unsere Anschrift: AWO-Nachbarschaftsladen Heidberg, Erfurtplatz 3, 38124 BS.
Der Tag der Greifzangen
Vielleicht mag das schöne Wetter eine Rolle gespielt haben: Beim diesjährigen Stadtputztag (der eigentlich an zwei Tagen stattfindet) konnten in Braunschweig stolze 17.300 Personen mobilisiert werden. Im gesamten Stadtgebiet konnten diesmal schätzungsweise rund 30 Tonnen achtlos fortgeworfener Abfall eingesammelt werden. 35 Kindertagesstätten und 65 Schulen beteiligten sich an der Aktion.
Auch im Heidberg wurden Müllbeutel und Greifzangen herausgeholt, um zumindest auf den Gehsteigen für etwas Frühjahrsputz zu sorgen. Da so etwas mit vollem Magen mehr Spaß macht, lud der Arbeitskreis Heidberg am 7. März zu einem gemeinsamen Frühstück im AWO-Pavillon an der Stettinstraße ein. Rund 30 Personen fanden sich ein, darunter das Team des AWO-Nachbarschaftsladens, Mitarbeitende der Vonovia und Mitglieder des SPD-Ortsvereins Braunschweig-Süd. Handschuhe, Beutel und Zangen wurden zwar gestellt, doch damit bei so viel Beteiligung kein Engpass entsteht, wurde diesmal ein zusätzlicher Beutel mit Greifzangen zur Verfügung gestellt, die zuvor von einem Mitarbeiter aus der Ukraine und seinem Sohn aufgearbeitet wurden.
Als Lohn für ihre Mühen hatten alle Teilnehmenden auch diesmal die Chance, Gutscheine im Wert von bis zu 100 Euro zu gewinnen. Auch ein Reisegutschein in Höhe von 1.000 Euro wurde verlost.
Schützenfest in Melverode
Auch in diesem Jahr wird der Festplatz Melverode seinem Namen gerecht: Vom 29. bis 31. Mai wird an der Glogaustraße das Schützenfest gefeiert. Neu: Diesmal findet am Sonntag ein Buffet statt, an dem nur Besucher*innen im Besitz einer Frühstückskarte teilnehmen können. Diese Frühstückskarten können im Schützenheim, Glogaustraße 12, jeweils am Montag und Dienstag von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr erworben werden. Weitere Vorverkaufsstellen sind »Bremer Schreibwaren« und die Gaststätte »Zur Woltersquelle« im Einkaufszentrum Melverode. Darüber hinaus können die Karten auch im Ladengeschäft von Jörg-Harald Scheer (Leipziger Straße 46) erworben werden. Hier die Highlights des diesjährigen Schützenfests:
Freitag, 29. Mai:
Kaffee- und Kuchenbuffet, Schießen mit dem Lichtpunktgewehr im Festzelt, Schlager-Party mit DJ Tornado im Festzelt.
Samstag, 30. Mai:
Schießen mit dem Lichtpunktgewehr im Festzelt, Disco-Night mit DJ Tornado im Festzelt.
Sonntag, 31. Mai:
Königswecken, Frühstücksbuffet im Festzelt (nur im Vorverkauf!), Proklamation des neuen Königshauses, Kinderfest im Festzelt und davor.
Nachbarschaftsbrunch 2026
Abwechslung muss sein: Und da im letzten Jahr das Sommerfest auf dem Erfurtplatz gefeiert wurde, ist im August wieder der Nachbarschaftsbrunch an der Reihe.
Wie immer wird der Brunch vom AWO-Nachbarschaftsladen Heidberg, der Kirchengemeinde St. Thomas sowie zahlreichen Kooperationspartnern organisiert. Die Planungen sind schon jetzt im vollen Gange.
Auch in diesem Jahr soll das Event auf dem Vorplatz der St. Thomas-Kirche in der Bautzenstraße stattfinden. Am Sonntag, dem 23. August, startet der Brunch um 10.30 Uhr mit einer Freilicht-Andacht.
Familien, Einzelpersonen, Vereine, Hausgemeinschaften oder Arbeitskolleg*innen sind alle herzlich eingeladen, mitzumachen. Das Nachbarschaftsfrühstück wird von einem bunten Musik- und Aktivitätenprogramm für jedes Alter begleitet. Wie immer nimmt jeder Tisch am Wettbewerb »Schönste Dekorierung« teil. Doch Vorsicht: Die Konkurrenz ist groß! Um 13.00 Uhr endet der Brunch mit der Preisverleihung für die Siegertische. Ein Tisch für sechs bis acht Personen kostet 15,00 Euro, ein Einzelplatz 2,50 Euro. Karten gibt es ab dem 15. Juni 2026 im AWO-Nachbarschaftsladen, Erfurtplatz 3, Telefon: 0531 – 86 67 00 53.
Neues vom »Fairteiler«
Die gute Nachricht vorweg: Ab November können sich alle, die Hilfe brauchen, an drei Tagen pro Woche im AWO-Nachbarschaftsladen von einem Lebensmittelregal, dem »Fairteiler«, bedienen. Hier können kostenlos haltbare Lebensmittel, Tiernahrung und Drogerieartikel entnommen werden. Das Angebot wird aus Spenden finanziert.
Die weniger gute Nachricht: Da der Zuspruch höher war als erwartet, muss das Regal dringend wieder aufgestockt werden. Wer also haltbare Lebensmittel spenden möchte, um Menschen in schwierigen Lebenslagen unter die Arme zu greifen, sollte sich einfach unter Telefon 0531 – 86 67 00 53 beim AWO-Nachbarschaftsladen melden. Achtung: Es werden nur haltbare, nicht abgelaufene Lebensmittel entgegengenommen!




