Beiträge 2026-3

Schunkeln, bis die Bank kippt

Der Tag der Nachbarschaft im Heidberg.

Angefangen hatte es in Frankreich. 1999 rief der französische Soziologe Atanase Périfan in Paris die Initiative »Fête des Voisins« (Fest der Nachbar*innen) ins Leben. Ziel war es, die sozialen Beziehungen in den Wohnvierteln zu stärken und die Menschen dazu zu ermutigen, sich bewusst Zeit füreinander zu nehmen. Die Idee verbreitete sich schnell über die Grenzen Frankreichs hinaus auf andere Länder Europas. In Deutschland wird der Tag bereits zum neunten Mal gefeiert – immer am letzten Freitag im Mai. Auch der Heidberg war in diesem Jahr erneut dabei. Wegen Regenwetters wurde in den beiden Vorjahren in etwas kleinerer Runde im AWO-Nachbarschaftsladen gefeiert. Diesmal allerdings fand das Fest bei strahlendem Sonnenschein im Garten statt.
Schon von Weitem konnte man die Brüder Johannes und Eduard Rohr hören, die alle Gäste mit Akkordeonmusik und Gesang in Stimmung brachten, während Justyna Zdanowicz, Hanni Jedwab und Julia Knittel im Dauereinsatz an den Waffeleisen standen und auch sonst fürs leibliche Wohl sorgten. Dank einiger Bewohner*innen des AWO-Wohn- und Pflegeheims Dresdenstraße, die spontan dazukamen, waren fast alle Tische bis zum letzten Platz besetzt. Dabei wurde kräftig geschunkelt und mitgesungen, bis plötzlich eine Bank umkippte und mehrere Seniorinnen auf dem Rasen landeten. Glücklicherweise ohne schlimme Folgen. Danach wurde noch lange ausgelassen gefeiert und getanzt.
Abenteuerlustige konnten sich zudem mit zwei E-Rikschas des Projekts »Radeln ohne Alter« im Quartier herumfahren lassen. Ein Angebot, das nicht ausgeschlagen wurde.

Treffen der Generationen

Am 4. Juni wurde auf dem Cooltur-Festival das Stück »Gefangen in der Zeit« aufgeführt.

Die eigentliche Premiere des Stücks fand zwar am Vortag, auf der 55. Schultheaterwoche im Kleinen Haus des Staatstheaters, statt, doch auch am 4. Juni liegt in der Aula der IGS Heidberg Spannung in der Luft.
»Jetzt spielen sie vor den eigenen Eltern und Freunden und sind mindestens genauso aufgeregt«, erklärt Lehrerin Jasmin Habel zur Einführung. »Und geizen Sie am Ende nicht mit Applaus!«
Doch das ist unnötig, denn die 14 jungen Frauen der achten Jahrgangsstufe liefern mit »Gefangen in der Zeit« eine rasant choreografierte Show mit viel Performance, Gesang und Multimedia-Einspielern, die alle im Saal mitreißt.
Während zum Einstieg geradezu furios sämtliche Vorurteile herausgeschrien werden, die sich Alt und Jung oft gegenseitig an den Kopf werfen, kommt der Rest nicht nur differenziert, sondern sogar nachdenklich daher – besonders dann, wenn die Schülerinnen der eigenen Vergänglichkeit ins Auge blicken.
Am Anfang stand jedoch das Schulprojekt »Erzähl mir von dir«, bei dem 14 Schülerinnen der IGS Heidberg im Rahmen eines Wahlpflichtkurses die Bewohner*innen der BBG-Seniorenresidenz in der Greifswaldstraße besuchten, um sie zu ihrem Leben zu befragen. Beim gemeinsamen Singen und Basteln kamen Jung und Alt langsam ins Gespräch. Das Leben von Menschen, die als Kind den Zweiten Weltkrieg erlebt haben, ist so völlig anders verlaufen, dass man es sich heute kaum vorstellen kann, während heutige Jugendliche Freiheiten haben, die früher undenkbar waren.
Ziel dieser Gespräche war es, die dabei gewonnenen Erkenntnisse in Form einer multimedialen Aufführung zu verarbeiten, die auf dem Cooltur-Festival der IGS ihre Heidberg-Premiere haben sollte.
Zweifellos hat die Begegnung mit den Senior*innen den meist 14-Jährigen eine Menge zu denken gegeben. Erkenntnisse wie »Eine Kindheit hat man nur einmal im Leben« oder »Wenn wir Kinder sind, wollen wir schnell erwachsen werden, nur um uns als Erwachsene wieder nach der Kindheit zurückzusehnen« sind zwar nicht neu, aber dadurch nicht weniger wahr.
Auch Zukunftsängste sind ein Thema: die Angst vor einem Krieg, im Alter ein Pflegefall zu werden, allein zu sein oder die Familie zu verlieren. Vor allem bei der Aufzählung dieser Ängste und Wünsche liegen Alt und Jung gar nicht so weit auseinander. Gesundheit, Frieden und möglichst keine geliebten Menschen verlieren wollen wir schließlich alle.
Das Schöne ist ebenfalls, dass alle Stimmen unkommentiert zu Wort kommen. Sei es der pragmatische alte Herr, der beharrt, mit seinem Leben zufrieden zu sein, oder die Schülerin, die Probleme mit dem Stiefvater hat.
In der Seniorenresidenz sind die Schülerinnen einer Zukunft begegnet, die vielleicht auch die eigene sein könnte. Alter, Tod und Krankheit sind Themen, bei denen unsere Gesellschaft gerne wegsieht. Allein für diese Auseinandersetzung haben die Schülerinnen ihren Applaus verdient.

Die besten Nächte des Jahres

Ohne Konkurrenz: Das Schützenfest in Melverode.

Ohne die Schießvereinigung Hubertus Melverode wäre der Stadtteil ein gutes Stück ärmer. Drei Tage, vom 29. bis 31. Mai, trafen sich die Menschen auf der Festwiese Glogaustraße zwischen Karussell und Autoscooter, um gemeinsam Spaß zu haben. War es ein Zufall, dass die Eröffnung ausgerechnet am »Tag der Nachbarschaft« stattfand?
Damit es so weitergeht, versucht der Verein, mit der Zeit zu gehen: Pünktlich zu Beginn des Schützenfests konnten bei Instagram stolze 1000 Follower erreicht werden.
Neu: Diesmal musste man im Besitz einer Frühstückskarte sein, um am sonntäglichen Buffet teilzunehmen. Eine gute Investition, denn von frischem Rührei bis zu Waffeln war alles reichlich vorhanden.
Ansonsten konnten die Besucher*innen mit dem Lichtpunktgewehr schießen, sich an einer der vielen Buden vergnügen oder abends, bei der Disco-Night mit DJ Tornado, bis in die frühen Morgenstunden im Festzelt tanzen. Krönender Abschluss war wie immer die Proklamation des neuen Königshauses am Sonntag. Zu den prominenten Frühstücksgästen im Zelt zählten auch Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum und Bezirksbürgermeister Matthias Disterheft. Kornblum: »Solche Feste zeigen, was unsere Stadtteile ausmacht: Gemeinschaft, Ehrenamt und gelebte Tradition.« Diesmal war der Schützenverein Hamm-Süden zu Gast, der eigens aus Nordrhein-Westfalen angereist kam. Die federgeschmückten Hüte der Herren waren ein echter Hingucker.
Nur schade, dass zeitgleich das Straßenmusikfestival »Buskers Braunschweig« stattfand. Den meisten fiel die Entscheidung jedoch leicht. »Es sind die Menschen, die dieses Fest so besonders machen. Egal ob Jung oder Alt, Uniform oder Casual – beim Schützenfest kommen alle zusammen. Ein Hoch auf die Gemeinschaft und die besten Nächte des Jahres«, lautete das Resümee des Vereins.

»Ich bin ja ein Meister im Prokrastinieren«

Mit seinem neuen Buch wandelt Mathias Luhmann auf den Spuren Kafkas.

Für einen Mann, der bereits vor über 100 Jahren das Zeitliche gesegnet hat, ist Franz Kafka recht lebendig: 178 Verfilmungen seiner Werke gibt es mittlerweile. Weitere sind in Produktion. Mindestens ebenso umfangreich ist die Zahl der Bücher, die sich mit Leben und Werk des Prager Schriftstellers befassen. Auch der Heidberger Mathias Luhmann hat in diesem Jahr ein Buch über den melancholischen Sonderling von der Moldau veröffentlicht. Bei »Kafka fährt an die Nordsee« handelt es sich allerdings nicht um ein Sachbuch, sondern um einen Roman, der eine Reise beleuchtet, die den damals 18-jährigen Abiturienten von Prag an die deutsche Nordseeküste führte. Dieser weiße Fleck im Leben Kafkas, bislang kaum dokumentiert, war für Luhmann der Auslöser, sich auf Spurensuche zu begeben. Mit der Bahn rekonstruierte er minutiös alle Stationen dieser Reise. Wie waren 1901 die Zugverbindungen? Und wie fuhren die Züge?
»Ein wenig ist das Buch ein Roadmovie. Es ist erstaunlich, dass man damals in zwölf Stunden von Prag nach Cuxhaven reisen konnte«, meint der studierte Literaturwissenschaftler verblüfft.
In seiner Version verbringt Kafka mehrere Wochen auf den Inseln Helgoland und Norderney, wandert, schwimmt, reitet, liegt in der Sonne, liest, flirtet und verliebt sich, während Ich-Erzähler Luhmann bei seiner Recherchearbeit im Stadtarchiv auf eine Räuberpistole stößt, in der ein schwarzes Notizheft die entscheidende Rolle spielt. »Diesen Teil gebe ich im Stil von Enid Blytons Fünf Freunden wieder. Also mit ganz viel direkter Rede«, lacht der 67-Jährige.
Spätestens seit er vor fünf Jahren eine Schreibwerkstatt besucht hatte, liebäugelte er mit der Idee, einen Roman zu schreiben. Das Kafka-Jahr zum 100. Todestag des großen Mannes gab schließlich den entscheidenden Anstoß.
Zwei Jahre arbeitete Luhmann an seinem Buch. Der Alltag kam irgendwie immer dazwischen. »Ich bin ja ein Meister im Prokrastinieren und Aufschieben, daher habe ich für mich permanent einen Druck erzeugt, indem ich Leuten davon erzählt habe: Ich schreibe jetzt einen Roman und ich habe schon 30 Seiten. Dabei hatte ich noch nicht mal eine Seite geschrieben«, erzählt er grinsend. »Aber irgendwann muss man dann auch liefern.«
Das Ergebnis, ein 245 Seiten starker Prachtband mit Lesebändchen, kann sich sehen lassen. Sozusagen ein Familienprojekt, denn Ehefrau Christina fungierte als Lektorin. »Meine Frau sagt immer, ich soll nicht so den Bildungsbürger raushängen lassen. Sie hat dann immer gemeckert. Man kann es jetzt wirklich ganz fluffig lesen.«
Im Frühjahr gab es bereits erste Lesungen in der Region. Weitere Auftritte in Goslar, Freiburg und auf Norderney sind bereits geplant. »Ich habe mein geregeltes Einkommen, daher bin ich nicht darauf angewiesen, Tausende von Büchern zu verkaufen«, gibt er zu. Daher geht alles, was über die Deckung seiner Kosten hinausgeht, an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
Wer Luhmanns weitläufiges Haus in der Greifswaldstraße betritt, erkennt sofort, dass hier Kultur eine zentrale Rolle spielt. In jedem Zimmer stößt man auf Hunderte von Büchern. Wachhund Godot hat derweil alles im Blick.
Seit Ende 2014 wohnt der ehemalige Hamburger in Braunschweig. Eine Umstellung war es zunächst schon. Doch mittlerweile ist Mathias Luhmann im Heidberg ein bekanntes Gesicht, ob im Stadtbezirksrat oder beim lebendigen Adventskalender. Daneben ist er Mitglied im Kunstverein, im Arbeitskreis Kultur der Grünen und (natürlich) der deutschen Kafka-Gesellschaft.

Wer jetzt neugierig geworden ist: Am 15. September um 18 Uhr liest Mathias Luhmann in der St. Thomas-Gemeinde im Heidberg.

Mein Baum für Braunschweig

Das neue Projekt der Kinderfeuerwehr Melverode.

Kinderfeuerwehrwartin Corina Gerlach hatte im vergangenen Jahr eine tolle Idee: Zusammen mit der Kinderfeuerwehr Melverode sollten im gesamten Stadtgebiet Bäume gepflanzt werden. Ziel war es, den Kindern eine sinnvolle, teamorientierte Aktion zu ermöglichen und gleichzeitig einen nachhaltig ökologischen Beitrag für unsere Stadt zu leisten. Thorsten Köster, Fraktionsvorsitzender der CDU und der Feuerwehr Melverode seit Kindheitstagen verbunden, war sofort dabei. Mit Marou Schwarzer, vom Fachbereich Stadtgrün, konnte eine weitere Unterstützerin gewonnen werden, während die Braunschweigische Landessparkasse die Rolle des Sponsors übernahm.
Nur die Sache mit dem Bäume pflanzen gestaltete sich schwieriger, als zunächst gedacht. Neu gepflanzte Bäume sind empfindlich und bedürfen gerade in den ersten Jahren intensiver Pflege.
Also beschloss man, Bäume zu pflanzen, die bereits etwas größer sind. »Meine Idee war, Pflanzlöcher auszuheben und zumindest beim Einbuddeln die Kinder mit dazuzuholen. Das alles ist nicht ganz einfach«, erklärt Corina Gerlach in ihrer Rede. »Die Stadt sieht viele Dinge anders.« Die Löcher für die Bäume wurden letztendlich mit dem Bagger ausgehoben. Durch den Sicherheitsabstand waren die Kinder am Ende doch nicht so hautnah dabei, wie erhofft.
Am 27. Mai ist es so weit: Die ersten drei Bäume werden offiziell übergeben. Die restlichen sieben folgen im Herbst. Standort ist der Pumptrack, am Melveroder Flachsrottenweg, direkt hinter dem Feuerwehrhaus. Natürlich muss so ein Ereignis gebührend gefeiert werden. Mit dabei sind das Team der Ortsfeuerwehr Melverode, die Mitglieder der Kinderfeuerwehr sowie einige Eltern. Doch auch Kurt Schrader (SPD), der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Braunschweig-Süd, und die Bezirksratsmitglieder Daniela Fischer (SPD) und Helmut Rösner (BIBS) sind von der Aktion beeindruckt. Kurt Schrader: »Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich erfahren habe, wie viele Jugendliche und Kinder wir in der Kinderfeuerwehr in Melverode haben. Großartig!«
Claudia Meißner von der BLSK darf an diesem Tag ebenfalls nicht fehlen, denn ohne die Löwen+ Förderung der Braunschweigischen Landessparkasse wäre die Anschaffung und Finanzierung der Bäume nicht möglich gewesen. »So ein Baum kostet, wenn er diese Größe hat, ganz schön viel Geld«, bedankt sich Corina Gerlach. »Von daher ist hier eine größere Summe geflossen.« Im Mittelpunkt stehen an diesem Tag jedoch die Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr.
»Wenn ihr irgendwann wie ich in der Altersabteilung seid, werden die Bäume, die hier gepflanzt werden, die Größe haben«, gestikuliert Ratsherr Köster und weist auf die hohen Bäume hinter sich. »Dann könnt ihr stolz darauf zurückblicken, dass ihr hier mitgeholfen habt und es unterstützen konntet.«
Nach dem Gruppenfoto folgt das symbolische Gießen der Bäume – natürlich mit einer Feuerwehrspritze. Das Schlusswort hat jedoch Corina Gerlach: »Wenn vielleicht das ein oder andere Kind in den Sommerferien eine 1,5-Liter-Flasche Wasser mitnimmt und mit Mama und Papa mal so ein kleines Bäumchen kurz gießen könnte, das würde ich ganz, ganz toll finden!«

Die Herzenssprache sprechen

Das Rucksackprojekt des Stephanus Kinder- und Familienzentrums.

»Das Rucksackprojekt… ist das eine Wandergruppe?« Bei so einer dummen Frage können Petra Lückoff und Natalie Gleichmann vom Haus der Familie nur lachen. Das gleichnamige Elternbildungs- und Sprachförderprogramm für Eltern mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren gibt es in Braunschweig bereits seit 2016. Vor zwei Jahren beteiligte sich auch das Stephanus Kinder- und Familienzentrum im Heidberg am Rucksackprojekt, denn die sprachliche Entwicklung spielt besonders im Vorschulalter eine entscheidende Rolle. Der Rucksack steht dabei übrigens symbolisch für alles, was man in den Kurs einbringt, und alles, was man mitnehmen kann – fast wie beim Wandern.
Für Familien mit Migrationsgeschichte bedeutet das vor allem das Erlernen einer fremden Sprache. Vielen Eltern stellt sich dabei die Frage, ob sie den Kindern zuerst die Sprache ihres Herkunftslandes beibringen sollen, oder Deutsch. »Doch wenn die Eltern noch nicht so umfangreich unsere Sprache sprechen, bringen sie ihrem Kind unter Umständen ein fehlerhaftes Deutsch bei«, warnt die Pädagogin Petra Lückoff. »Es ist erwiesen, dass Menschen, die ihre Muttersprache gut beherrschen, auch eine Zweitsprache besser lernen.«
»Daher bestärken wir die Eltern immer, in ihrer Herzenssprache zu sprechen«, ergänzt ihre Kollegin Natalie Gleichmann und erklärt: »Die Herzenssprache ist die Sprache, in der man sein Kind tröstet, wenn es einmal hingefallen ist.«
Sprachbarrieren gibt es beim Rucksackprojekt bislang nicht. Zurzeit sind 17 Nationalitäten vertreten. »Von Niederländisch zu Arabisch, Türkisch, Tunesisch, Polnisch oder Ukrainisch ist alles dabei. Unsere Materialien liegen in 22 Sprachen vor. Dazu haben wir immer zwei Elternbegleiterinnen im Team, die oft selber als Mamas unser Programm durchlaufen haben.«
Doch auch einheimische Familien können vom Rucksackprojekt profitieren. Ein guter Sprachschatz bringt Kindern besonders beim Schulstart entscheidende Vorteile. Die Eltern können sich hingegen untereinander austauschen, über Beziehungsfragen, Fragen zur Erziehung oder aktuelle häusliche Probleme reden. So profitieren Eltern und Kinder gemeinsam.
Zurzeit trifft man sich (während des Kita-Jahrs) jeden Dienstag ab 8.45 Uhr zwei Stunden zum gemeinsamen Frühstück in der Halberstadtstraße. »Beim ersten Mal haben wir jedoch stark überzogen«, lacht Petra Huntenburg vom Familienzentrum. »In der Regel ist es ein Treffen für die Eltern, auch wenn manchmal Großeltern dabei sind. Aber es sind auch alle, deren Kinder nicht bei uns in die Kita gehen, herzlich willkommen.«
Gemeinsam mit den Elternbegleiterinnen werden dann die Aufgaben besprochen, die der Nachwuchs später spielerisch umsetzen soll. Mithilfe der Aufgaben wird neben der Sprache auch der sichere Umgang mit Schere, Stiften und Klebstoff geübt. Die Übungen bieten zudem Gelegenheit, die Konzentrationsfähigkeit der Kinder zu fördern.
Das Schöne dabei: Es muss nichts besorgt werden! Alle Materialien werden gestellt, denn das Rucksackprojekt ist ein kostenloses Angebot der Stadt Braunschweig. Zusätzlich werden etwa drei bis vier Mal im Jahr kostenlose Ausflüge angeboten, zum Beispiel ins Bilderbuchkino der Stadtbibliothek, in Braunschweiger Museen oder in den Zoo – um die Familien zu ermutigen, die Stadt zu entdecken. Man sieht: So ganz ohne Wandern geht es nicht.

Kurzmeldungen

20 Jahre Gospelchor Braunschweig
Pünktlich zum 20-jährigen Geburtstag lädt der Gospelchor Braunschweig zu einem besonderen Abend in der St. Thomas-Kirche ein. Am 10. Oktober um 18 Uhr werden bei einem Jubiläumskonzert neue Songs und beliebte Klassiker aus zwei Jahrzehnten Chorgeschichte geboten – geprägt von harmonischen Chorsätzen, mitreißenden Grooves und Freude an der Gospelmusik. Die musikalische Leitung übernimmt Eggo Fuhrmann, ein international bekannter Musiker und Chorleiter. Ein besonderer Gast des Abends ist Dr. Erral Wayne Evans aus St. Louis. Der renommierte Komponist, Chorleiter und Pianist ist in Braunschweig kein Unbekannter: Mehrfach leitete er hier Workshops und arbeitete mit dem Gospelchor Braunschweig zusammen. In seiner beeindruckenden Laufbahn musizierte er unter anderem mit Stevie Wonder, bevor er sich ganz der Gospelmusik widmete. Begleitet wird Evans von Dr. Jeffrey Coleman aus Boston, einem erfahrenen Worship-Leader, sowie vom Gitarristen und Songwriter Carl Watson aus St. Louis.
Im Anschluss an das Konzert lädt der Chor zu einem gemütlichen Beisammensein mit Getränken und Snacks ein. Karten gibt es im Vorverkauf für 18,10 Euro bei Eventim Light (https://www.eventim-light.com) oder für 20 Euro an der Abendkasse.

Der Nachbarschaftsbrunch kommt!
Nur zur Erinnerung: Auch in diesem Jahr soll auf dem Vorplatz der St. Thomas-Kirche in der Bautzenstraße ein Nachbarschaftsbrunch stattfinden. Am Sonntag, 23. August, startet der Brunch um 10.30 Uhr mit einer Freilicht-Andacht.
Familien, Einzelpersonen, Vereine, Hausgemeinschaften oder Arbeitskolleg*innen sind alle herzlich eingeladen, mitzumachen. Das Nachbarschaftsfrühstück wird von einem bunten Musik- und Aktivitätenprogramm für jedes Alter begleitet. Wie immer nimmt jeder Tisch am Wettbewerb »Schönste Dekorierung« teil. Doch Vorsicht: Die Konkurrenz ist groß! Die Preisverleihung für die Sieger-Tische findet um 13 Uhr statt. Ein Tisch für sechs bis acht Personen kostet 15,00 Euro, ein Einzelplatz 2,50 Euro. Karten gibt es im AWO-Nachbarschaftsladen, Erfurtplatz 3, Telefon: 0531 – 86 67 00 53.

Blaue Glücksorte-Verlosung
Wir alle suchen irgendwie das Glück. Klar, dass es bei unserer letzten Verlosung viel Resonanz gab. Zu gewinnen gab es nämlich vier Exemplare des neuen Stadtführers »Blaue Glücksorte in und um Braunschweig« von Jonas Lamberg. Das Buch ist im Februar im Droste Verlag erschienen und in jeder guten Buchhandlung erhältlich. Unsere Gewinner sind: Thomas Ullrich, Brigitte Levin, Rosemarie Hopert und Mario Müller. Wir gratulieren! Die Bücher können im AWO-Nachbarschaftsladen Heidberg, Erfurtplatz 3 abgeholt werden.

Erzähl mir von dir
Haben Sie Lust, Ihre Lebensgeschichte zu teilen, jungen Menschen zu begegnen und gemeinsam etwas Kreatives auf die Beine zu stellen? Dann laden wir Sie herzlich ein, Teil des Projekts »Erzähl mir von dir« an der IGS Heidberg zu werden.
In diesem besonderen Projekt kommen Schüler*innen des neunten Jahrgangs mit Ihnen ins Gespräch. Im Mittelpunkt stehen Ihre Erfahrungen, Erinnerungen und Geschichten und die der Schüler*innen. Im Austausch mit den Jugendlichen sollen spannende Einblicke in unterschiedliche Lebenswelten entstehen – und oft auch überraschende Gemeinsamkeiten zwischen »Jung« und »Alt«.
Gemeinsam sollen kreative Ausdrucksformen entwickelt werden, um die Erkenntnisse künstlerisch umzusetzen. Dies geschieht durch Musik, szenisches Spiel und weitere darstellerische Elemente. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und die Vielfalt von Lebensgeschichten sichtbar zu machen. Den Abschluss bildet eine gemeinsame Aufführung, bei der Sie zusammen mit den Jugendlichen auf der Bühne stehen und die Ergebnisse präsentieren.
Wenn Sie Freude am Austausch haben, neugierig auf junge Perspektiven sind und Lust haben, Teil eines besonderen Projekts zu werden, sollten Sie am 19. August um 15 Uhr im AWO-Nachbarschaftsladen hereinschauen. (Foto: Age Cymru/Unsplash)

Die inoffizielle Deutsche Altherrenmeisterschaft der Ü32-Fußballer
40 Teams aus allen Bundesländern spielen am 12. und 13. Juni in acht Gruppen den inoffiziellen deutschen Meister der Ü32-Mannschaften aus. »Inoffiziell«, da es kein Turnier unter der Leitung des DFB ist. Veranstalter ist in diesem Jahr der SKV Rutesheim.
Der SV Melverode-Heidberg nimmt bereits das sechste Mal teil, wobei die beste Platzierung ein bemerkenswerter fünfter Platz war.
Seit einem Jahr laufen bereits die mannschaftsinternen Vorbereitungen. Dazu gehört, dass die Spieler, Trainer und Betreuer ihre Urlaubsplanungen koordinieren, Fahrgelegenheiten besorgen, sowie Unterkünfte buchen. Für den sportlichen Erfolg muss natürlich eine entsprechende Vorbereitung organisiert und durchgezogen werden. Bei aller Freude wird das Turnier auch sportlich ernst genommen, denn auf dem Turnier begegnen einem Teams mit großen Namen, die man unter anderem aus der Fußballbundesliga kennt, darunter auch der eine oder andere prominente Ex-Profi.
Nachtrag: Von 40 Mannschaften, die mitgemacht haben, belegte der SV Melverode-Heidberg einen stolzen 18. Platz.

Sommerkonzert im Heidberg
Das Stadtteilprojekt Heidberg AKTIV und der AWO-Nachbarschaftsladen Heidberg laden alle Bewohner*innen herzlich zum Sommerkonzert auf dem Gelände der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Thomas ein. Das Konzert findet am Samstag, 12. September, um 17 Uhr bei gutem Wetter im Innenhof der St.-Thomas-Gemeinde, Bautzenstraße 26, statt. Im Rahmen der Woche der Demokratie steht es ganz im Zeichen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Zu Gast ist der ukrainische Chor »Ukrainska Duscha« e.V., der mit traditioneller und moderner Chormusik zeigt, wie Kultur Menschen verbindet und Demokratie durch Vielfalt bereichert wird.
Kommen Sie vorbei, feiern Sie die Vielfalt unseres Stadtteils und setzen Sie mit uns ein Zeichen für ein solidarisches Miteinander. Der Eintritt ist frei! Um Spenden wird gebeten.

Caritas Betreuungsgruppen im Heidberg
Neu: Betreuungsgruppen für pflegende Angehörige im Heidberg
Pflegende Angehörige befinden sich im Dauerstress. Nicht wenige müssen Pflege, Beruf und Familie unter einen Hut bringen. Da bleiben Freizeit und Erholung meist auf der Strecke. Die Caritas möchte hier Abhilfe schaffen und bietet ab April ein unterhaltsames Programm mit Spiel, Spaß und Bewegung – inklusive Mittagessen – an, das speziell auf diese Zielgruppe zugeschnitten ist. Das Angebot möchte allen pflegenden Angehörigen so eine wohlverdiente »Auszeit« und einen »Erholungsmodus« bieten. Die Betreuungsgruppen finden dienstags und freitags von 9.30 bis 13 Uhr in der Caritasse, Gerastraße 1, statt.
Die zwei Betreuungsgruppen: Gruppe Humorvoll findet dienstags von 9.30 bis 13 Uhr statt, Gruppe Lebenswert freitags von 9.30 bis 13 Uhr.
Ein »Schnuppertreffen« ist möglich. Es können auch beide Gruppenangebote besucht werden.
Beide Gruppenangebote werden über Betreuungs- und Entlastungsangebote (laut § 45b SGB XI mit 131 Euro) gefördert. Nähere Informationen erhalten Sie über den Caritasverband, Gerastraße 1, 38124 Braunschweig, Telefon: 0531 – 26 26 66.

Ein Hoch auf das neue Königshaus
Wie immer wurde auf dem diesjährigen Schützenfest auch das neue Königshaus der SVg Hubertus Melverode proklamiert. Dazu der Verein: »Mit Stolz präsentieren wir die Würdenträger, die unsere Traditionen hochhalten und den Verein im kommenden Jahr repräsentieren werden.« Herzlichen Glückwunsch an: Klaus Richter (Großer König), Heidi Janßen (Große Königin), Sebastian Menzel (Luftpistolenkönig), Maik Scheer (Kleiner König), Sabine Stadelmeier (Kleine Königin), Brigitte Seggers (Katerscheibe), Jennifer Scheer (Kaiserin) und Andreas Kobbe (Fahnenträger).
Folgende König*innen fehlen auf dem Foto: Jette Piepenbrinck (Jugendkönigin) und Nico Wienbeck (Feuerwehrkönig).

Die Rückkehr der Linie 1
Als am 11. Juli letzten Jahres in Stöckheim plötzlich eine Straßenbahn der Linie 1 entgleiste, konnte niemand ahnen, wie lange die Wiederaufnahme des Fahrbetriebs dauern würde. Bei den Reparaturen wurden weitere gravierende Mängel am Rasengleis entdeckt, die eine umfangreiche Sanierung der Stöckheimer Trasse erforderten. Die Kosten beliefen sich nach BSVG-Angaben auf rund vier Millionen Euro.
Elf Monate später, am 6. Juni, wurde die Strecke feierlich in Betrieb genommen. Zur Wiedereröffnung fuhr Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum mit Bezirksbürgermeister Matthias Disterheft und Mitgliedern des Bezirksrats sowie Vertretern des BSVG-Aufsichtsrats in einer historischen Stadtbahn von der Innenstadt zum Stöckheimer Markt. Dr. Thorsten Kornblum: »Mein Dank gilt allen Beteiligten auf der Baustelle sowie insbesondere den Fahrgästen und Anwohnerinnen und Anwohnern, die während der Bauzeit Verständnis und Geduld gezeigt haben.«

Südstadt Open Air
Für alle, die es laut mögen, gibt es am 29. August ab 13 Uhr wieder etwas für die Ohren. Wie in den vergangenen Jahren bringt das Südstadt Open Air auf dem Festplatz Griegstraße die Südstadt zum Beben. Alles natürlich umsonst und draußen.
Das Lineup für 2026 lautet: SONOS CLIQ, Die Toten Crackhuren im Kofferraum, Gute Katze Böse Katze, Fahnenflucht, Butterwegge, Chiefland, Flieder, Loudog, Park + Riot, 8 Ball Knees, Achtgroschenbande und Attic Stories.
Neben der Musik gibt es wie immer ein breites Programm. Familien und Kinder dürfen sich auf Angebote wie eine Hüpfburg, einen Heuspielplatz, Glitzertattoos und eine Candybar freuen.
Für die Älteren gibt es neben einem breiten kulinarischen Angebot auch Infostände von Organisationen sowie politische Workshops.
Ermöglicht wird dies alles von engagierten Mitarbeiter*innen der Jugendförderung (darunter das Team vom KJZ Heidberg) mit dem Ziel, Kultur für alle zu bieten.