Beiträge 2026-4

Mein Lieblingsort

Menschen aus der Nachbarschaft stellen ihre ganz persönlichen Lieblingsplätze vor.

In unserer Reihe »Mein Lieblingsort« stellen Menschen aus der Nachbarschaft einen Platz im Stadtteil vor, an dem sie sich einfach wohlfühlen – sei es eine Bank im Heidbergpark oder ein Steg am Südsee. Die am Erfurtplatz praktizierende Zahnärztin Ruth Ponce Toledo wohnt seit sieben Jahren im Quartier. Die lebensbejahende Mexikanerin hat sich spontan für einen ganz besonderen Ort entschieden.

»Seit einigen Jahren lebe ich nun schon im Heidberg, und ich finde es faszinierend, wie viele wunderbare Menschen ich hier kennenlernen durfte. Ich habe nicht nur das große Glück, hier zu wohnen, sondern auch, hier zu arbeiten. Das macht meinen Alltag natürlich besonders angenehm und komfortabel. Doch was den Heidberg für mich wirklich zu einem besonderen Ort macht, sind die Menschen. In den Pausen oder nach einem Arbeitstag in meiner Praxis freue ich mich immer darauf, der lieben Renate Friedrich zu begegnen. Sie ist die Inhaberin des wunderschönen Blumenladens im Einkaufszentrum. Frau Friedrich ist stets fröhlich, herzlich und voller guter Laune. Mittlerweile verstehen wir uns so gut, dass wir scherzhaft sagen, wir seien wie Mutter und Tochter. Man kann sich vorstellen, wie viel wir dann miteinander zu besprechen haben! Wann immer es möglich ist, tauschen wir uns über die Neuigkeiten aus unserem geliebten Heidberg aus. Für mich ist es weit mehr als nur ein Wohnort. Es ist ein Ort voller Herzlichkeit, Begegnungen und Menschen, die den Alltag bereichern. Genau deshalb fühle ich mich hier so wohl und bin dankbar, ein Teil dieser besonderen Gemeinschaft zu sein.«

Wer Lust hat, den eigenen Lieblingsort im Quartier vorzustellen und was ihn dazu macht: Wir freuen uns über jede Einsendung! Per E-Mail an suedlich-magazin@web.de oder per Post an den AWO-Nachbarschaftsladen Heidberg, Erfurtplatz 3, 38124 Braunschweig.

50 Ausgaben SÜDLICHT!

Unsere Verlosung zum Jubiläumsheft.

Schon wieder ein Jubiläum! Nachdem wir vor zwei Jahren unser zehnjähriges Erscheinen gefeiert haben, ist nun die 50. Ausgabe dran. Streng betrachtet ist es eigentlich die 49. Ausgabe, da Heft 24 aufgrund der Pandemie damals nur im Internet erschien, doch wer will bei so einem Anlass schon kleinlich sein.

SÜDLICHT entstand vor 12 Jahren aus einer Initiative von Heidberg AKTIV, der Braunschweiger Baugenossenschaft, der Nibelungen-Wohnbau und der Lebenshilfe heraus, um über die Aktivitäten in Heidberg-Melverode zu informieren.

Vieles hat sich seitdem verändert. Im Sommer 2014 fand zum zweiten Mal der »Heidberger Nachbarschaftsbrunch«, der damals noch »Bürgerbrunch« hieß, statt. Auch einen Weihnachtsmarkt auf dem Erfurtplatz und das passende Winterwetter gab es noch. Der AWO-Nachbarschaftsladen war in dieser Zeit ein lang gehegter Traum, der erst 2018 erfüllt werden konnte.

Auf der in die Jahre gekommenen Bezirkssportanlage Melverode machten indessen Maulwürfe und Wühlmäuse den Spielbetrieb schwer. An ein Kunstrasenspielfeld war nicht zu denken. 2021 konnte dieser Traum mit der Sanierung der Anlage endlich erfüllt werden. Rund 1,5 Millionen Euro kostete der Stadt das Bauvorhaben. Neben einem Kunstrasenplatz mit Flutlicht nebst Tribüne gibt es nun beleuchtete, gepflasterte Wege, die barrierefrei sind.

Einige Bemühungen waren weniger erfolgreich: Der Bürgerverein »Offener Heidberg«, der 2016 mehr Leben in den Stadtteil bringen wollte, stellte mangels Beteiligung schon nach vier Jahren seine Aktivitäten ein.

Trotzdem hat sich seit unserer ersten Ausgabe viel getan. Heute gibt es im Heidberg einen Bouleplatz, ein Sommerfest, eine Bücherzelle am Erfurtplatz, kostenlose Konzerte und immerhin einen kleinen Adventsmarkt. Auch Melverode kann inzwischen mit einer modernisierten Alten Schule aufwarten. Aktionen wie Brettspielnachmittage, das Mittelalterliche Feldlager oder ein regelmäßig stattfindender Dorfflohmarkt sind Normalität.

Man sieht: Veränderungen sind nicht immer schlecht. All das muss selbstverständlich würdig gefeiert werden, am besten mit einer Verlosung. Daher losen wir unter allen Einsendungen drei Tageskarten für das Sportbad Heidberg aus. Teilnehmen können alle, die uns eine E-Mail oder eine Postkarte mit dem Stichwort »Jubiläum« zukommen lassen.

AWO Nachbarschaftsladen, Erfurtplatz 3, 38124 Braunschweig, E-Mail: suedlicht-magazin@web.de

Das heißeste Fest aller Zeiten

Der HSC Leu feierte seinen 120. Geburtstag.

Es sollte ein Fest für die ganze Familie werden, eine große Party mit Hüpfburgen, Spiel- und Mitmachaktionen sowie einem Eiswagen, doch Rekordtemperaturen von 37,7 Grad machten alle Planungen zunichte. Schon ein paar Tage zuvor wurde entschieden, das Jugendturnier, das ebenfalls am 27. Juni stattfinden sollte, aus gesundheitlichen Gründen abzusagen.

»Das Wetter ist grandios, das Wetter ist leider zu grandios«, stöhnt Dr. Andreas Hoffmann, der 1. Vorsitzende des HSC Leu, bei seiner Begrüßung und fragt: »Warum feiern wir 120 Jahre und nicht etwa 125 Jahre?«

Den Anstoß gab die Einladung einer britischen Mannschaft, die 2026 ebenfalls ihren 120. Geburtstag feiert, zu einem Jubiläumsturnier. So kam der Verein auf die Idee, mit einem eigenen Fußballfest in Erscheinung zu treten.

Dr. Hoffmann: »Der Heidberg muss mal wieder wissen, dass es hier noch den HSC Leu gibt. Deswegen wollten wir heute eine riesengroße Party machen und haben uns dafür entschieden, das Ganze mit dem Jugendturnier, der größten Veranstaltung, die wir hier haben, auf einen Termin zu bringen.«

Zwar bleiben die erhofften Menschenmassen aus, doch glücklicherweise trotzen ein paar eiserne Anhänger des HSC der Gluthitze. Wie geplant liefern sich ehemalige Spieler des Vereins zu fortgeschrittener Stunde ein packendes Fußball-Duell. Auch das Cheerleaderteam »CCX Alpha« aus Weddel glänzt mit einer beeindruckenden Performance, während HSC-Urgestein Dieter »Tiki« Brandes selbst mit 85 Jahren ein letztes Mal in seinem Imbisswagen steht und Bratwürste unters Volk bringt.

So viel Vereinstreue muss belohnt werden, findet der Vereinsvorstand. »Wenn Spieler gefehlt haben, stand Tiki, egal in welchem Alter, immer im Tor. Tiki hat nie lockergelassen«, erklärt Dr. Hoffmann und überreicht einen speziellen Pokal. Auch Platzwart Kevin Krüger und Trainer Oliver Mischkalla werden für ihren unermüdlichen Einsatz geehrt.

Etwas verspätet kommt Gratulant Dr. Thorsten Kornblum hinzu, der nur wenige Minuten zuvor im Dom, bei der Amtseinführung der neuen Landesbischöfin, war. »Sport hat viele gute Eigenschaften«, sagt er. »Die eine ist natürlich Gesundheit. Die andere ist Teamgeist. Und die dritte ist, dass er diese Gesellschaft stabilisiert. Denn wo, wenn nicht im Sportverein, lernt man Demokratie? Wo lernt man denn, was ein Vorstand ist, und wie man wählt? Wo lernt man, dass man Kompromisse machen muss, zum Wohle des Vereins? Wo lernt man, dass Teamgeist zählt?«

Und zum Abschluss: »Das wird mit Sicherheit das heißeste Fest, das ihr hier gefeiert habt.«

So kommt es, dass der 120. Geburtstag des Vereins nicht wie geplant ein rauschendes Fußballfest ist, sondern eine Party mit eingefleischten Fans, auf der trotzdem einiges geboten wird.

Damit es auch in Zukunft so weitergehen kann, werden vor der neuen Saison die Plätze saniert. »Deswegen ist leider im Sommer fast alles gesperrt. Angeblich bekommen wir die modernste Beregnungsanlage für alle Plätze«, verrät Dr. Hoffmann. »Mit App-Steuerung und allem Pipapo. Ich bin mal gespannt, was davon dann am Ende funktioniert und wie es funktioniert.«

»Wir sind ja nicht aus Zucker«

In diesem Jahr trotzte der Nachbarschaftsbrunch Wind und Wetter.

Es fing eigentlich so gut an. Das AWO Wohn- und Pflegeheim Heidberg in der Dresdenstraße hatte sich mit einer aufwändigen Tischdekoration selbst übertroffen. Der Sonnenblumen-Tisch der Einrichtung war ein echter Hingucker. Dann das Drama: Plötzlich kippte eine Sitzbank, und mehrere Heimbewohner*innen lagen geschockt auf dem Rasen. Obwohl vorsichtshalber ein Krankenwagen geholt wurde, blieb das Ganze ohne Folgen.

Vollblutmusiker Johannes Rohr nebst seiner stimmgewaltigen Nichte Annabel Anaschko war es zu verdanken, dass der Vorfall bald vergessen war. Die ersten Tanzdarbietungen begeisterter Seniorinnen ließen so nicht lange auf sich warten.

Vor mittlerweile 14 Jahren fand der erste Heidberger Nachbarschaftsbrunch statt. Für viele Menschen im Quartier ist es ein liebgewonnenes Ritual, das sie sich nicht entgehen lassen wollen. So war die Grünfläche vor der St. Thomas-Gemeinde am 23. August außerordentlich gut besucht. Als Preis für die schönste Tischdekoration winkte wie immer ein üppig gefüllter Geschenkkorb mit kulinarischen Köstlichkeiten.

Auch für die Kinder wurde einiges geboten. Ein echter Renner war wie immer das Kinderschminken. Während das Feuerwehrauto der Freiwilligen Feuerwehr Melverode neugierig umzingelt wurde, stand die knallgelbe Hüpfburg eher im Abseits.

Das Wetter zeigte sich von seiner sonnigen Seite – zumindest bis um 13 Uhr die ersten Regentropfen fielen. Während ein Teil der Gäste in der Vorhalle der Kirche Zuflucht fand, warteten andere sitzend das Ende des Schauers ab: »Wir sind ja nicht aus Zucker – auch wenn wir vielleicht so aussehen«, bemerkte eine Anwohnerin stoisch und zog sich die Kapuze über.

Für Bezirksbürgermeister Matthias Disterheft war es das Signal, die Preisverleihung für die schönste Tischdekoration einzuleiten: »Wir vom Stadtbezirksrat möchten, dass die Menschen wieder zusammenwachsen und bei einer Veranstaltung wie der heutigen mitmachen, auch wenn nicht die ganze Zeit die Sonne scheint. Selbst wenn es dann regnet, ist das ein glücklicher Tag.«

Den dritten Platz belegte die Kirchengemeinde St. Thomas, während der Tisch des Nachbarschaftsladens Platz zwei belegte. Gewinner war einstimmig der Sonnenblumen-Tisch des AWO Wohn- und Pflegeheims Heidberg. Herzlichen Glückwunsch!

Grundsicherungsgeld löst Bürgergeld ab

In unserer neuen Reihe »Rat und Hilfe in besonderen Lebenslagen« geht es um Grundsicherungsgeld.

Am 1. Juli 2026 trat eine neue Reform in Kraft, die das bisherige Bürgergeld durch das Grundsicherungsgeld ersetzte. Es gelten neue Regelungen und Pflichten für Kundinnen und Kunden des Jobcenters. Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Vermittlung in Arbeit

Vermittlung in Arbeit hat Vorrang: Zumutbare und verfügbare Arbeitsangebote müssen angenommen werden. Bei Ablehnung können Leistungen gemindert werden.

Weiterbildung bleibt möglich: Wenn Qualifizierung oder Weiterbildung bessere Chancen auf eine dauerhafte Beschäftigung bieten, können sie weiterhin gefördert werden – insbesondere bei unter 30-Jährigen.

Langzeitleistungsbeziehende: Arbeitgeber können einen Lohnkostenzuschuss erhalten. Entscheidend ist künftig die Dauer des Leistungsbezugs, nicht mehr die Dauer der Arbeitslosigkeit.

Erziehende: Beratung und Vermittlung können ab dem vollendeten 14. Lebensmonat des Kindes erfolgen, sofern die Kinderbetreuung gesichert ist. Dann gelten Arbeit sowie Integrations- und Sprachkurse als zumutbar.

Unterstützung für Gesundheit und Reha: Gesundheitliche Einschränkungen werden stärker berücksichtigt. Die Jobcenter informieren frühzeitig über Präventions-, Gesundheits- und Teilhabeleistungen und können gesundheitsfördernde Maßnahmen unterstützen. Ziel ist der Erhalt der Erwerbsfähigkeit.

Rechte und Pflichten

Minderungen: Der Regelbedarf kann um 30 % für drei Monate gekürzt werden.

Termine beim Jobcenter: Ab dem zweiten unentschuldigt verpassten Termin kann der Regelbedarf für einen Monat um 30 % gekürzt werden. Bei drei aufeinanderfolgenden, grundlos versäumten Terminen kann der Leistungsanspruch vollständig entfallen.

Änderungen beim Kooperationsplan: Die vereinbarten Maßnahmen für Beratung, Unterstützung und Arbeitsvermittlung müssen eingehalten werden. Das bisherige Schlichtungsverfahren bei Streit über den Kooperationsplan soll entfallen.

Finanzielle Unterstützung

Vermögen: Die Karenzzeit entfällt. Das Schonvermögen richtet sich künftig nach dem Alter. Ein angemessenes Auto bleibt weiterhin anrechnungsfrei.

Kosten der Unterkunft: Es gilt eine Obergrenze. Im ersten Jahr werden höchstens das 1,5-Fache der örtlichen Angemessenheitsgrenze übernommen. Für bestimmte Fälle, z. B. Bedarfsgemeinschaften mit Kindern, sind Ausnahmen möglich.

Ein wichtiger Hinweis – wenn Sie bereits Bürgergeld erhalten:

Wenn Sie bereits Kundin oder Kunde des Jobcenters sind und derzeit Bürgergeld erhalten:

Sie müssen keinen neuen Antrag stellen.

Sie behalten Ihre Ansprechpartnerin oder Ihren Ansprechpartner beim Jobcenter.

Ihre Maßnahmen, wie zum Beispiel Weiterbildungen, laufen wie gewohnt weiter.

Wichtig: Endet Ihr laufender Bewilligungszeitraum, müssen Sie einen Weiterbewilligungsantrag stellen.

Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/grundsicherung-loest-buergergeld-ab#die-wichtigsten-aenderungen (ohne Anerkennung einer Rechtspflicht). (Foto: Mathieu Stern/unsplash)

»Ich wollte mich eigentlich heimlich verkrümeln«

Dieter »Tiki« Brandes verabschiedet sich.

Am 26. Juni wurde es am Erfurtplatz emotional, denn Dieter »Tiki« Brandes und sein Imbisswagen verabschiedeten sich nach 26 Jahren vom Heidberger Wochenmarkt. Danach ging es direkt zum Gelände des HSC Leu, wo der Wagen einen Tag später, zum 120. Jubiläum des Vereins, seinen letzten Einsatz hatte.

»Ich habe gebetet, dass der Wagen so lange durchhält, denn der Boden ist ziemlich durchgerostet«, erzählt der kerngesunde 85-Jährige vergnügt. »Die Überquerung der Auffahrt zum Erfurtplatz war zuletzt eine Zitterpartie.«

Als er im Frühjahr ankündigte, seinen Imbisswagen in den Ruhestand zu schicken, war der Schock bei den Stammkund*innen groß. Sofort wollte man eine Sammlung für die Reparatur oder für ein Gebrauchtfahrzeug in die Wege leiten, doch Brandes winkte ab: »Der Wagen ist jetzt 43 Jahre alt, es lohnt sich nicht. Wäre ich 75, hätte ich vielleicht weitergemacht, doch für mich war es ein Zeichen, aufzuhören.«

Auch vor dem Imbisswagen war er am Erfurtplatz ein bekanntes Gesicht. Wo sich heute das »Café Valentino« befindet, betrieb der in Querum lebende Brandes lange Jahre eine Filiale seiner Fleischerei. Als er schließlich in den Ruhestand ging, legte er sich die mobile Würstchenbude zu, mit der er künftig auf den Wochen- und Flohmärkten Braunschweigs unterwegs war. Die Würste lieferte sein Neffe Patrick, der ebenfalls dem Fleischerhandwerk nachgeht.

»Doch irgendwann gab es kein freies Wochenende mehr. Finanziell nötig hatte ich es nicht,  es war reiner Idealismus.« Selbst Urlaube waren zum Leidwesen seiner Frau nur kurz. Der Imbisswagen stand stets an erster Stelle.

Mit den Jahren reduzierte Brandes seine Aktivitäten. Einzig dem Standplatz am Erfurtplatz blieb er bis zum Schluss treu. Hier erlebte er den Niedergang des Wochenmarkts hautnah mit. In der Anfangszeit kamen die Leute, weil es dort Dinge gab, die man in Läden vergeblich suchte, doch die großen Supermarktketten haben alles verändert. Der aktuelle Zustand des Heidberger Wochenmarkts macht ihn traurig. »Die Besucher werden immer weniger. Heute herrscht dort ein Überlebenskampf.«

Auch ohne den Wochenmarkt hat Brandes zum Heidberg eine ganz besondere Beziehung. Seinem Herzensverein, dem HSC Leu 06, ist er seit 1954, dem Jahr der Neugründung, treu – vor allem als aktiver Spieler. Sein schönstes Fußballerlebnis: »Es ging um die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord 1963/64. Damals spielten wir im Braunschweiger Eintracht-Stadion vor 17.000 Zuschauern und gewannen 4:1 gegen Altona. Ein Tor kam von mir, und das als Verteidiger!« Klar, dass auch das Innere seines Imbisswagens diese Leidenschaft widerspiegelt. Überall hängen Fotos des Vereins.

Dieter »Tiki« Brandes und sein Wagen waren für viele Ansässige ein fester Bestandteil des Heidberger Wochenmarkts. »Ich wollte mich eigentlich heimlich verkrümeln«, gesteht er. Doch die Nachricht seines Abschieds verbreitete sich schnell. Auch wenn er und sein Imbisswagen fehlen werden, bleibt »Tiki« dem Stadtteil treu. »Ich bleibe weiterhin ein eiserner Besucher, der zu allen Spielen der 1. Herren von Leu geht!« Sein Resümee nach nahezu drei Jahrzehnten: »Von zehn Leuten mochten mich normalerweise achteinhalb. Ich finde, das ist kein schlechter Schnitt.« (Fotos: Christiane Jaschinski-Gaus)

 

Zwei Jahre Boule im Heidberg

Die Heidberger Boulegruppe unterwegs

Seit zwei Jahren trifft sich die Boulegruppe im Heidberg regelmäßig zum gemeinsamen Spiel. Grund genug, dieses kleine Jubiläum mit einem Bouleturnier zu feiern. Da der Bouleplatz am Bruchanger für eine große Teilnehmerzahl nicht genügend Platz bietet, fand das Turnier auf dem Boulodrom der »Magnibouler« am Madamenweg 70 statt.

Insgesamt 17 Boule-Begeisterte trotzten am 24. Juni dem sommerlich warmen Wetter und kämpften um den Titel »Stadtteilmeisterin/Stadtteilmeister Süd«.

Neben dem sportlichen Wettkampf kam auch das Miteinander nicht zu kurz, denn neben einem reichhaltigen Buffet wurden nach der zweiten Spielrunde auch Bratwürste gegrillt, bevor im Anschluss die dritte, alles entscheidende Partie ausgetragen wurde.

Die Plätze eins bis drei gingen an drei Damen, die mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen ausgezeichnet wurden. Darüber hinaus durften sich die Teilnehmenden über ein Geschenk freuen, das freundlicherweise von der Braunschweiger Baugenossenschaft gestiftet wurde.

Alle Anwesenden waren sichtlich zufrieden und freuen sich schon jetzt darauf, das Turnier im nächsten Jahr zu wiederholen. (Text und Fotos: Ulrike Krakow)

Die Boulegruppe trifft sich jeden Mittwoch am Bruchanger im Heidberg. Bis Oktober: von 14.30 bis 16.30 Uhr sowie von 16.30 bis 18.30 Uhr. Von November bis März: von 14.30 bis 16.30 Uhr. Interessierte sind immer gern gesehen!

Kurzmeldungen

Tanzeinlagen voller Lebenslust

»Ukrainska Duscha« heißt auf Deutsch »Ukrainische Seele«. Es ist ein Name, den man mittlerweile in Braunschweig kennt. Das heute über 20 Köpfe starke Vokalensemble wurde 2022 von Ukrainerinnen gegründet, die als Geflüchtete nach Braunschweig gekommen sind. Im Rahmen der Woche der Demokratie trat der Chor am 12. September beim vierten Sommerkonzert des AWO-Nachbarschaftsladens und Heidberg AKTIV in der St. Thomas-Kirche auf.

Auf dem Programm stehen volkstümliche Frühlings- und Liebeslieder aus der fernen Heimat. Viele im Publikum kommen ebenfalls aus der Ukraine und hören sehnsüchtig zu. Man klatscht begeistert mit, tanzt bei einigen Stücken spontan in den Gängen. Als eine ukrainische Flagge hochgehalten wird, ertönt heftiger Applaus.

»Es tut weh, die Bilder der Zerstörung zu sehen. Und es tut weh, darüber zu sprechen«, sagt eine der Sängerinnen und spricht aus, was viele im Saal denken. Im Anschluss singt der Chor einige patriotische Lieder.

Als kleine Überraschung hat Ukrainska Duscha auch Deutschsprachiges wie »Kein schöner Land in dieser Zeit« einstudiert, wie immer voller Hingabe vorgetragen. Man sieht, dass die ukrainische Seele vor allem eines ist: leidenschaftlich. Ein Chormitglied, das mittlerweile nicht mehr in Braunschweig wohnt, nahm eine sechsstündige Anreise in Kauf, um an diesem Abend dabei zu sein. Auch wenn es manchmal etwas schwermütig wird, gibt es immer wieder Tanzeinlagen, die vor Lebenslust strotzen. Eine Lebenslust, die alle ansteckt.

Am Ende gibt es ein Fotoshooting fürs Publikum, das begeistert die Handys zückt, während sich die Sängerinnen gekonnt in Szene setzen. Eine Zugabe der besonderen Art.

Aufwärmpullover für die E-Jugend

Die E1-Jugend der Fußballabteilung des SV Melverode-Heidberg darf sich über neue Aufwärmpullover freuen, die vom Containerdienst Römer und dessen Inhaber Benjamin Römer gesponsert wurden. Gerade mit Blick auf die kommende kalte Jahreszeit sind die neuen Pullover eine tolle Unterstützung für die jungen Fußballer. Ob beim Aufwärmen vor dem Spiel, am Spielfeldrand oder beim Training – die Mannschaft ist damit bestens für die kälteren Tage gerüstet.

Die gesamte E1-Jugend sowie das Trainerteam bedanken sich für die großzügige Unterstützung und das Engagement für unseren Nachwuchsfußball.

Wir wünschen den jungen Kickern viel Spaß mit den neuen Aufwärmpullovern und natürlich eine erfolgreiche und verletzungsfreie Saison!

Weihnachten im Quartier

Auch in diesem Jahr wird es einen von Melveroder Vereinen und Institutionen organisierten Weihnachtsmarkt vor der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche geben. Alle, die um den vorweihnachtlichen Burgplatz lieber einen großen Bogen machen, sind hier goldrichtig. Am 27. November um 15.30 Uhr wird der Markt mit einer Andacht eröffnet.

Für die Kleinen gibt es am 6. Dezember ab 18.00 Uhr wieder den traditionellen Besuch des Nikolaus am Feuerwehrhaus Melverode – natürlich mit Bratwurst, Stockbrot am Lagerfeuer und diversen Heißgetränken.

Im Heidberg findet hingegen ein lebendiger Adventskalender statt. Die Zeiten und Orte werden rechtzeitig bekanntgegeben. Fest steht jedoch, dass es am 29. November (gleich nach dem Gottesdienst um 11.00 Uhr) einen Adventsbasar in der St. Thomas-Kirche geben wird.

Weihnachtsmuffel können dem 9. Januar entgegenfiebern. Dann nämlich fliegen ab 12.00 Uhr im Feuerwehrhaus Melverode beim »14. Melveroder Weihnachtsbaumweitwurf«, bei Erbsensuppe und Kuchen, die Tannen. (Foto: Jörn Lars Gerlach)

Erzähl mir von dir

Beim Projekt »Erzähl mir von dir« kommen Schüler*innen des neunten Jahrgangs der IGS Heidberg mit Senior*innen ins Gespräch, um Erfahrungen, Erlebnisse und Geschichten auszutauschen.

Im letzten Monat gab es bereits ein gemeinsames Picknick am Heidbergsee und einen Besuch des Kunstmuseums Wolfsburg mit Führung, bei dem Jung und Alt ins Gespräch kamen.

Ziel ist es, die dabei gewonnenen Erkenntnisse in Form einer gemeinsamen Aufführung umzusetzen, die am Ende des Projekts stattfinden soll. Wer dabei lieber im Hintergrund mitwirken möchte, kann auch beratend, oder in Form von Tonaufnahmen dabei sein.

Wer jetzt Lust bekommen hat, mitzumachen, und gerne mit jungen Menschen ins Gespräch kommen möchte, sollte unbedingt im AWO-Nachbarschaftsladen am Erfurtplatz hereinschauen.

Übungsleiter*in Gymnastik gesucht

Der SV Melverode-Heidberg sucht eine/n  Übungsleiter*in für das Damen- und Herren-Gymnastikangebot »Turnen Gym 35+«, das jeden Donnerstag von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr in der IGS Heidberg stattfindet.

Wer Interesse hat, kann sich per Telefon (0531 – 60 10 84) oder E-Mail (info@svmelverode.de) beim Verein bewerben.

 Coliforme Keime im Heidbergsee

Die Badesaison am Heidbergsee nahm am 24. August ein vorzeitiges Ende. Grund: Bei den routinemäßig stattfindenden Untersuchungen des Gesundheitsamts hatten Laborbefunde gezeigt, dass die Badewasserqualität nicht der niedersächsischen Badegewässerverordnung entspricht. Ein vermehrtes Aufkommen von coliformen Keimen gefährdete laut Stadt die Gesundheit. Sie können zu Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Durchfall, Hautausschlägen und Atemwegsinfektionen bis hin zu teils lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Das Verbot wurde für die Badestellen Nord und Süd verhängt.

Herzenswünsche in der Vorweihnachtszeit

Die Aktion »Herzenswünsche« geht in die siebte Runde. Der Arbeitskreis Heidberg plant, in der Vorweihnachtszeit die erfolgreiche Bescherungsaktion aus den letzten Jahren zu wiederholen, bei der Herzenswünsche von Seniorinnen und Senioren aus dem Heidberg erfüllt werden. Ob Privatpersonen, Hausgemeinschaften, Institutionen, Vereine oder Unternehmen – alle können mitmachen.

Die einzelnen Herzenswünsche können ab Montag, dem 16. November, im AWO-Nachbarschaftsladen am Erfurtplatz 3 abgeholt werden. Bis Freitag, den 11. Dezember, werden die Geschenke dann dort gesammelt und an die Seniorinnen und Senioren übergeben. Natürlich können die Geschenke, nach Einverständnis der zu Beschenkenden, auch persönlich überreicht werden. Lassen Sie uns in der Vorweihnachtszeit gemeinsam den Menschen, die es am Nötigsten haben, eine Freude machen! Der Arbeitskreis Heidberg freut sich über Ihre Teilnahme!

 Wohnberatung

Zu Hause ist es doch am schönsten, oder? Doch mit dem Älterwerden kann sich vieles verändern: die Ansprüche an das eigene Zuhause, die Mobilität und das, was man braucht, um sich im Alltag wohlzufühlen. Barrieren in den eigenen vier Wänden können einem selbstbestimmten und schönen Leben im Weg stehen. Treppen, die täglich bewältigt werden müssen, ein zu kleines Badezimmer oder zu hoch angebrachte Regale werden dabei leicht zu Hindernissen. Genau hier setzt die Wohnungsbegehung zum guten Wohnen im Alter als Bestandteil der präventiven Hausbesuche an. Ausgebildete ehrenamtliche Wohnraumberater*innen nehmen sich Zeit, um gemeinsam mit Ihnen Ihre individuelle Wohnsituation zu betrachten. Ziel ist es, mögliche Barrieren frühzeitig zu erkennen und gemeinsam passende Lösungen zu finden. Dabei erhalten Sie praktische Tipps und Informationen. Bei Bedarf vermittelt das Seniorenbüro Braunschweig außerdem an weiterführende Beratungs- und Unterstützungsangebote. Alle Wohnberatungen vor Ort sind freiwillig, vertraulich und kostenfrei!

Kontakt: Seniorenbüro Braunschweig, Tel.: 0531 – 470-8208, E-Mail: Praeventive.Hausbesuche@braunschweig.de

Freiräume für Angehörige von Demenzkranken

Die meisten Senior*innen möchten möglichst lange im eigenen Umfeld bleiben. Viele pflegende Angehörige bewegen sich hier an den Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Belastbarkeit. Die Nachbarschaftshilfen unterstützen pflegende Angehörige von Demenzkranken durch Betreuungsangebote: Stundenweise häusliche Betreuung durch geschulte Helfer*innen ermöglicht es ihnen, eigene Termine wie Arztbesuche, Einkäufe oder kulturelle und sportliche Aktivitäten wahrzunehmen. Dabei werden vorhandene Fähigkeiten der zu Betreuenden individuell angeregt und gefördert. Die Kosten hierfür können über den Entlastungsbetrag bei den Pflegekassen eingereicht werden.

Wer die Unterstützung gerne in Anspruch nehmen oder selber eine stundenweise Betreuung übernehmen möchte, sollte sich an folgende Adresse wenden:

Nachbarschaftshilfe Braunschweig Süd, Wittenbergstraße 5, 38124 Braunschweig, Tel.: 0531 – 69 67 67, E-Mail: nbshilfe-bs-sued@gmx.de (Foto: Age Cymru/unsplash)

Der mobile Impf-Tierarzt

Viele Jahre praktizierte Tierarzt Erich Crispien in der Hallestraße im Heidberg. Im letzten Jahr gab er zwar seine Praxis auf, doch zum Glück müssen seine Patient*innen nicht ganz auf ihn verzichten, denn ohne Tiere leben wollte der Tiermediziner nicht. Ursprünglich hatte er vor, in seinem Wohnhaus weiterzumachen, was allerdings durch zahlreiche Vorgaben unmöglich war. Nun ist er als mobiler Impf-Tierarzt für Hunde, Katzen, Kaninchen und Frettchen unterwegs. Neben Braunschweig gehören auch Wolfenbüttel, Wolfsburg und Salzgitter zu seinem Einzugsgebiet. Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Tierärzte. Natürlich kommen noch Anfahrtskosten hinzu. Gerade für ältere Menschen eine schöne Sache: Stunden im Wartezimmer und umständliche Tiertransporte gehören so der Vergangenheit an.

Andere Behandlungen sind zwar auch möglich, doch der Schwerpunkt seiner mobilen Praxis liegt auf Impfungen. Zu den Leistungen gehört jedoch auch das Chippen oder eine Parasitendiagnostik. Es sei ein Konzept, das in unserer Region einzigartig sei, meint der rührige Tierarzt. (Foto: Anya Prygunova/Unsplash)

Neue Regenjacken für die F-Jugend des SV Melverode-Heidberg

Große Freude bei den Nachwuchskickern des SV Melverode-Heidberg: Die F-Jugend des Vereins wurde vom IT-Unternehmen Grouplink mit neuen Regenjacken in den Vereinsfarben ausgestattet. Die Übergabe der Jacken erfolgte durch Haithem Touaiti im Rahmen eines Turniers beim BSC Acosta.

Die neuen Jacken sorgen dafür, dass die jungen Fußballer*innen auch bei typisch norddeutschem Wetter bestens ausgerüstet sind. Ob Trainingseinheit, Punktspiel oder Turnier – künftig können die Kinder auch bei Regen und kühleren Temperaturen komfortabel und einheitlich auftreten. Die Mannschaften nahmen die neue Ausstattung mit großer Begeisterung entgegen und präsentierten die Jacken direkt beim Turnier stolz der Öffentlichkeit.

Die F-Jugend des SV Melverode-Heidberg ist mit insgesamt vier Mannschaften im Spielbetrieb vertreten und bietet zahlreichen Kindern aus Melverode, dem Heidberg und den umliegenden Stadtteilen die Möglichkeit, ihrer Begeisterung für den Fußball nachzugehen.

Mit Grouplink konnte die F-Jugend einen Sponsor gewinnen, der sich nicht nur für die Region engagiert, sondern auch als moderner IT-Dienstleister tätig ist. Durch die Spende der Regenjacken zeigt Grouplink, dass gesellschaftliches Engagement und die Förderung des Nachwuchssports für das Unternehmen einen hohen Stellenwert haben.

Der SV Melverode-Heidberg freut sich über die gelungene Zusammenarbeit und bedankt sich herzlich bei Grouplink und insbesondere bei Haithem Touaiti für die Unterstützung des Jugendfußballs in Melverode. (Foto: Privat)

In eigener Sache

Fehler machen wir eigentlich nur, um zu testen, ob die Leser*innen aufpassen. Zumindest behaupten wir das gerne.

Der Hintergrund: Gleich nach der Verteilung der letzten Ausgabe erreichte uns die erste Zuschrift. Auf Seite 9 hatten wir Kurt Schrader versehentlich zum Mitglied der SPD gemacht. Das war natürlich ein dicker Fehler, denn der stellvertretende Bezirksbürgermeister ist seit 1978 ein verdientes Mitglied der CDU. Von 2003 bis 2008 war er zudem Mitglied im Landtag Niedersachsen.

Fehler wie dieser können passieren, sollten es aber nicht. Wir bitten um Entschuldigung und freuen uns zugleich, so aufmerksame Leser*innen zu haben!

Wer singt mit?

Das »Collegium vocale«, ein gemischter Chor, der vor 52 Jahren gegründet wurde, ist aus seiner zweimonatigen Sommerpause zurück und lädt ein zum fröhlichen Mitproben für die Adventszeit.

Zwei bis drei Konzerte sind im Advent geplant, denen dann zwei Monate Winterferien folgen.

Als Probenraum dient dem Chor der Gemeindesaal von St. Thomas im Heidberg (Bautzenstraße), in dem ihn Interessierte dienstags von 19 bis 21 Uhr hören können – oder besser gleich mitsingen können. Denn »Singen bringt Freude! Mitsingen noch mehr!«

Weitere Infos gibt es unter 0531 – 36 01 80.

Zoobesuch

Nach den großen Erfolgen in den letzten beiden Jahren hatte sich die Initiative »Mit uns in Melverode« auch in diesem Jahr vorgenommen, die in der Geflüchtetenunterkunft Melverode wohnenden Kinder und ihre Eltern zu einem Besuch des Zoos in Stöckheim einzuladen.

Am 30. August war es soweit. Zu Fuß ging es zu der Zooanlage an der Leipziger Straße. Dieses Jahr waren 14 Erwachsene, 20 Kinder sowie vier Mitglieder der Initiative dabei. Das Wetter zeigte sich von seiner angenehmen Seite.

Großzügige finanzielle Unterstützung gewährten die Bonhoeffer-Gemeinde, der Stadtbezirksrat Süd und der AWO-Ortsverein BS-Süd. (Text und Foto: Udo Gebauhr und Torsten Wellendorf)